#238 - Was unterm Helm passiert: Die Psychologie des Motorradfahrens
Shownotes
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Wir haben heute einen ganz besonderen Gast am Stammtisch: Prof. Dr. Stefan Brandenburg, Verkehrspsychologe an der TU Chemnitz und selbst seit Jahrzehnten Motorradfahrer. Wir sprechen über das Flow-Gefühl beim Fahren, warum uns gerade junge Fahrer sich selbst maßlos überschätzen, wieso wir uns im Auto viel eher aufregen als auf dem Motorrad und ob Motorradfahrende automatisch besser Auto fahren. Außerdem geht's um Kurvenangst, Gruppendynamik in der Motorrad-Community und die schwierige Frage, wann und wie man sein Hobby altersbedingt herunterfahren sollte, ohne die eigene Identität zu verlieren.Werde Gasgeflüster Ultra: Alle Folgen zuerst und werbefrei hören - direkt nach der Aufnahme. Anmeldung hier. GASGEFLÜSTER MERCH www.Bit.ly/Gasgefluester-Shop Der Gasgeflüster-NewsletterNewsletter - jetzt abonnieren!
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00:00:00: Die längste Folge Gasgeflüster, die wir jemals aufgenommen haben und ich verspreche euch vorab jede Minute ist absolut höhrenswert.
00:00:08: Das liegt nicht nur am Thema sondern ganz besonders an unserem herausragenden Gast.
00:00:11: Professor Dr.
00:00:13: Stefan Brandenburg leitet den Bereich Allgemeine Psychologie & Human Factors an der Technischen Universität Chemnitz forscht seit über zwanzig Jahren im Bereich der Verkehrspsychologie und ist selbst dabei erfahrener Motorradfahrer.
00:00:27: Alles ist also angerichtet um der Frage auf den Grund zu gehen, ob es wirklich den Nagel im Kopf bei uns Motorradfahrenen gibt.
00:00:32: Ob wir deshalb auch vielleicht die besseren Verkehrsteilnehmenden sind
00:00:36: und
00:00:36: warum wir eigentlich rupen?
00:00:39: Das alles und noch viel mehr in dieser Folge Gas Geflüster – Viel Spaß damit!
00:00:59: Und endlich ist es soweit.
00:01:07: Mich und ich saßen hier vor zwei Stunden schon in der anderen Folge, die ihr letzte Woche gehört habt und in der haben wir schon angeteasert das mit dieser heutigen Folge ein ganz besonderer Gast auf uns wartet und ein Thema dass es so hier am Motorrad Podcast auch noch nicht gegeben hat.
00:01:19: und umso mehr freuen wir uns, dass es jetzt endlich soweite ist bevor wir gleich unseren Gast ausgiebig begrüßen vorstellen und dann direkt ans Eingemachte gehen.
00:01:26: aber natürlich auch jetzt nochmal herzliche Grüße nach Darmstadt ins Motorrad Museum zu meinem Co-host Michel.
00:01:32: Hallo Michael
00:01:34: Hallo Jan, ich freue mich dich heute zum zweiten Mal zu sehen und ich hatte es in der ersten Folge die ihr letzte Woche gehört habt schon angesprochen.
00:01:41: Wir feiern eine Premiere.
00:01:42: wir haben einen Gast in einer Art und Weise hier bei uns am Stammtisch wie wir sie oder wie wir ihn noch nie hier am Stamptisch begrüßen durften.
00:01:51: Es wird nämlich akademisch.
00:01:53: normalerweise bewegt sich unser Hobby und unser Thema ja eben Ich sage mal Freizeit und Hobbybereich.
00:02:00: Und man nimmt die Sache nicht ganz so ernst, aber es gibt natürlich fachkundige Personen, die sich auch mit unserer Leidenschaft zumindest im Themengebiet auseinandersetzen.
00:02:13: und wir haben schon ganz oft die Erfahrung gemacht, dass Motorradfahren eine sehr emotionale, eine sehr verbindende, eine gefährliche und auch eine sehr herausfordernde Angelegenheit ist.
00:02:25: Und all die Aspekte, die ich gerade genannt habe, spielen natürlich auf die Psychologie!
00:02:32: des Motorradfahrens ein und haben einen Einfluss drauf.
00:02:36: Und um die soll es heute in der Folge gehen, und wir haben genau den passenden Gast dafür bei uns am Stammtisch mit Professor Stefan Brandenburg seines Zeichens Verkehrspsychologe an der TU Chemnitz!
00:02:52: Hallo Stephan schön dass du bei uns auf dem Stamm Tisch bist.
00:02:56: Hallo Michael hallo Jan schön das ich da weisern kann.
00:02:58: Ich freue mich, was dabei zu zutragen zu können.
00:03:02: Zum Thema Psyche Ducchi!
00:03:04: Wir uns genauso... Jetzt hat der Michel aber noch ein Doktortitel vergessen.
00:03:07: So viel Ehre musst du an seinem Professor Dr.
00:03:08: Stefan Brandenburg.
00:03:10: Du bist ein Typ das kann man schon so mitnehmen, der da wahrscheinlich nicht sehr viel Wert drauf legt, aber Ehre wem Ehre gebührt.
00:03:16: und außerdem Doktotitel bringst du sicherlich noch sehr, sehr viel mit.
00:03:20: deswegen holen wir mal ganz kurz ab wer bist du?
00:03:22: Was machst du?
00:03:23: Und gibt es irgendwo einen Bezug rund zum Thema Motorräder?
00:03:28: Ja, na klar.
00:03:29: Also ich bin wie schon angekündigt Stefan Brandenburg.
00:03:32: Ich bin Professor für allgemeine Psychologie und Human Factors so heißt das in Chemnitz.
00:03:37: Und das bedeutet dass wir in der Allgemeinpsychologie uns Gedanken darüber machen Wie die Menschen das Die Umwelt und ihr eigenes Leben erleben und wie sie sich verhalten.
00:03:46: Das heißt wir suchen so nach grundlegenden Mechanismen.
00:03:49: Im Human Factus Teil schauen wir, wie wir diese Grundlegende Mechanismen anwenden können auf bestimmte Fragestellungen.
00:03:55: Wie beispielsweise die Verkehrspsychologie im Allgemeinen und das Motorradfahren im Speziellen.
00:04:03: Das heißt mit der Professur in Chemnitz habe ich Gott sei Dank einen Ort der Wirkungsgefunden wo Wir wirklich eine lange Historie haben, Chemnitz ist ein Ort der Mobilität und auch ein Ort für den Verkehr.
00:04:17: Und die Verkehrsforschung und die Psychologie passt da sehr gut rein.
00:04:21: Das heißt wir haben von ganz einfachen Untersuchungen bis hin zu ganz komplexen Untersuchsachen ganz viele Möglichkeiten uns dem Menschen im Verkehr und dem Menschen in der Mobilitet anzuschauen.
00:04:33: Wir forschen da relativ lang vielleicht da.
00:04:36: Ich beschäftige mich seit dem Jahr zwei Tausend Sieben mit der Verkehrspsychologie, also auch das schon wie gesagt reichlich Ideen.
00:04:41: ich habe da promoviert zur Wahrnehmung der Geschwindigkeit auf das ja ein Thema was für das Motorradfahren wirklich wichtig ist und dann hab' ich habilitiert in diesem Bereich also eine Lehrbefugnis gewonnen Beziehungsweise mir erarbeitet, sowas gewinnt man ja nicht.
00:04:57: Und ich habe auch persönlich viel Erfahrung im Motorrad fahren.
00:04:59: mein erstes eigenes Gefährt war ein Motorrad eine ganz klassische Sechshundert Bended in Blau und das war wie gesagt mein Gefährt für viele Jahre dann später getauscht gegen Auto, aber das Motorrad blieb auch immer dabei und das letzte Motorrad dass ich besaß musste dann vor zwei Jahren aus der Garage war ich einfach aufgrund von Familien- und Arbeitsverpflichtungen.
00:05:23: Und es war so eine Sozuki, eine schwarze, eine twelvehundertfünfzig F also wirklich ein sehr schönes Aus meiner Perspektive Tourenmotorrad.
00:05:31: offen der Trend ja gerade in einer anderen Richtung geht.
00:05:33: Da sind die Tourenmutter eher die Offroadach
00:05:38: Also eine sehr, sehr intensive Prägung und zwar in denen für uns und für die Folge wichtigsten Bereichen.
00:05:45: Knapp zwanzig Jahre im Bereich Verkehrs-Psychologie gearbeitet, geforscht und gelehrt.
00:05:51: Und ich schätze mal du bist so in unserem Alter also mit Sicherheit auch so fünfundzwanzig bis dreißig Jahre Zweirad Erfahrung quasi auf einem ähnlichen Level.
00:06:03: Da kommt das einfach auch schon für mich so ein bisschen zusammen, denn wir sind ja ein Motorrad-Podcast.
00:06:07: Wir sprechen Motorradfahrende an und du hast uns im Vorgespräch erzählt dass du im Rahmen der Verkehrspsychologie sich mit allen Mobilitätsfaktoren auseinandersetzt.
00:06:21: Motorräder sind ein Thema und ich hatte in einer Eindeutung gesagt für uns ist es natürlich etwas ganz Besonderes.
00:06:26: Es fühlt sich sehr intensiv an.
00:06:28: was macht denn das Thema?
00:06:29: Motorradfahren aus verkehrspsychologischer Sicht oder psychologische Sicht?
00:06:34: so grundsätzlich zu?
00:06:34: was besonderen, wenn man das mit den anderen Verkehrsmedien vergleicht.
00:06:40: Ja also die Verkehrspsychologie ist ja oder tritt jeden Tag wieder erneut dafür an möglichst einen sicheren Verkehr zu gewährleisten der allen Menschen aber auch ermöglicht ihre Bedürfnisse zu befriedigen.
00:06:52: Das heißt im wesentlichen Mobilitätsbedürfnisse.
00:06:53: Menschen wollen entweder von A nach B kommen oder dass es eher primär beim Motorrad fahren.
00:06:59: Wir nutzen das Motorrad auch viel für die Freizeit und für Positives erleben.
00:07:04: Das Motorradfahren sticht im Vergleich der anderen Mobilitätsmöglichkeiten etwas heraus, dadurch dass es oft eine sehr positive Konnotation hat.
00:07:13: Es ist etwas was wir machen um uns gut zu fühlen Und wenn wir auf der Suche teilweise nach besonderen Erlebnissen sind, auch dann kommt das Motorradfahren mit ins Spiel.
00:07:23: Das macht schon sehr anders als die anderen Mobilitätsformen.
00:07:27: Also Bahn fahren tut man wahrscheinlich eher weniger weil man es unbedingt als Freizeit für Genügen machen möchte.
00:07:32: also das geht schon wenn ich irgendwo hin möchte.
00:07:35: aber ich setze mich nicht um die Bahn nur um Bahn zu fahren.
00:07:38: oder Am Auto hat man es manchmal, also wenn Leute so eine ganz besondere Autobegeisterung haben.
00:07:44: Dann setzen sie sich auch ins Auto nur in dem Auto und Runde zu fahren.
00:07:47: Das geht auch gerade bei Oldtimer oder bei schnelleren Fahrzeugen.
00:07:52: Fahrrad haben wir das auch ein bisschen.
00:07:54: aber das Motorrad ist eine gute Kombination eben aus Freizeitverhalten positiver Konnealtation und dann aber auch der Schnelligkeit oder Kraft die bei den Motorrädern dabei ist.
00:08:03: Das hat schon viel besonderes, dass es mitbringt und deswegen kann man sich gut damit beschäftigen.
00:08:09: Jetzt hast du schon die Eigenschaften des Fahrzeugs damit ja so ein bisschen hervorgehoben gerade auch im pkw Bereich.
00:08:15: Lass uns erst mal kurz noch über Motorradfahren allgemein sprechen.
00:08:17: michel und ich bemühen hier relativ häufig in den Podcast den besonderen nageln im Kopf dem man offensichtlich haben muss um darüber zu fahren gerade wenn wir da über ganz spezifische Persona sprechen, die einfach ganz wilde Sachen auf dem Motorrad machen.
00:08:31: jetzt aus Sicht eines Psychologen würdest überhaupt grundsätzlich Müssten Motorradfahrende irgendwie psychologisch leicht anders gepolt sein?
00:08:38: Gibt es diesen Nagel im Kopf auch aus seiner akademischen Sicht?
00:08:44: Wir sind ja Gott sei Dank in der Psychologie und nicht bei den Medizinern, deswegen beschäftigen wir uns weniger mit Nägeln.
00:08:49: Aber wir haben natürlich besondere Eigenschaften vom Motorradfahren.
00:08:57: Ich meine, du hast es auch schon angesprochen.
00:08:59: Motorrad selbst ist wirklich ein hochskantes System um sich vorzuwägen und wir können ja gerne später noch mal ein bisschen umvisikten objektive und subjektive Risiken sprechen und die Wahrnehmung davon.
00:09:09: Es bleibt ein risikoreicher Sport.
00:09:11: Trotzdem gibt es etwas was die Menschen vereint, die die Motorrad fahren neben den ganzen Unterschieden.
00:09:16: also wir haben ja nicht den einzelnen Motorradfahrer der dann immer gleich ist wie so Stereotyp.
00:09:22: Sondern wir haben, das ist eigentlich eine diverse Gruppe von Menschen.
00:09:26: Die aber eben immer eint die Faszination für diese Art von Fortbewegung, die schnell ist viel mit Freiheit Assoziiertes und auch viel mit Können und einem gewissen Flow geführt.
00:09:39: so würde das Cigmentia lieb beschreiben.
00:09:41: Das ist ein Konzept im Psychologisch, dass es extra für solche Freizeitverhaltensweisen, wo sprünglich mal entwickelt wurden.
00:09:48: Ein gewisses Gefühl dafür in einem Fluss zu sein und darüber können wir gleich gerne noch ein bisschen mehr sprechen.
00:09:55: Sehr prominente Konstruktion.
00:09:57: Und das haben schon die Motorradfahrenden gemein Freiheit und das Gefühl Dinge zu tun und eins zu werden mit der Umgebung unter Technik und der Maschine.
00:10:07: Wahnsinn, gibt's wenn ich da direkt nochmal anknüpfe irgendwie vergleichbare Hobbys weil das ist dieses Thema Freiheitsgefühl dass wir benannt hast.
00:10:15: Das hört man ja eigentlich auch immer nur vom Motorradfahren denn wenn es um den Straßenverkehr geht?
00:10:18: Ich habe das noch nie von irgendjemandem gehört der hinter dem Steuer von einem Lkw Sitz oder PKW oder sonst was.
00:10:23: deswegen gibt es da vergleichbaren Hobbies die du sagen würdest hey die könnte man genauso ranken das sind ähnliche Typen.
00:10:31: Wir haben mal ein bisschen überlegt also auf... Veräckler wie Fahrer am Übrigen sagen sehr wohl, dass ihr Job viel mit Freiheit zu tun hat.
00:10:36: Also nicht immer sondern da gibt es auch hohen Termindruck und schwierige Arbeitsbedingungen zum Teil.
00:10:41: aber wenn man sie fragt was sind die positiven Seiten des Jobs?
00:10:44: Und schon dieses Freien noch viel sehen können wird dann angeführt zumindest in einigen Befragungen vergleichbare Hobbys ich würde sagen alles was somit auch Natur zu tun halt weil wenn man fragt woher kommt die Freiheit gibt es Umfragen, die relativ deutlich sagen dass diese Aussetzung der Elemente.
00:11:02: Man sagt man spürt Wind und den Regen.
00:11:06: Man spürte auch die Hitze oder auch nur den Wind.
00:11:09: Das ist etwas was wir dann mit Freiheit verbinden das wir sagen man hat natürlich mit Schutzkleidung dann ideal Fall nicht den direkten Kontakt.
00:11:17: oft aber man spült schon sehr viel mehr als zum Beispiel im Auto oder einer Bahn.
00:11:22: Und das ist etwas, was Hobbys sich teilen können also auch Bergwandern hat so ein Element oder auch Rennradfahren beispielsweise.
00:11:32: Du hast jetzt die Erfahrungen beschrieben, die mit diesen Erlebnissen einhergehen?
00:11:39: Du hast das Bergfahren besprochen und du hast die Einflüsse beim Motorrad fahren besprochen.
00:11:42: Und du hast auch bei dem Lkw-Fahrer dieses Okay ich habe das Gefühl von Freiheit.
00:11:47: Was mich da aber noch ein bisschen interessiert ist quasi der Schritt davor.
00:11:50: Also Jan hat ja gefragt gibt es irgendwie eine diesen Nagel im Kopf oder vielleicht auch eine Art von Mensch, die da irgendwie Interesse dran hat?
00:11:57: und ich mache das jetzt auch in einem konkreten Beispiel fest.
00:12:00: Ich hatte jetzt am Wochenende Besuch von meinem besten Kumpel aus der Schulzeit.
00:12:04: Der hatte seinen Sohn dabei.
00:12:05: Er ist jetzt vierzehnt knapp auf dem Weg zum fünfzehn macht es gerade sein fünftiger Führerschein und er war völlig on fire für das Thema Zweirad.
00:12:14: aber er hat natürlich gar keine Erfahrung!
00:12:17: nie wirklich auf einem richtigen Motorrad darauf mitgefahren.
00:12:20: Er hat die Hitze des Motors nicht gespürt, er hatte den Winddruck im Gesicht nicht gehabt, er hat keine Ahnung.
00:12:26: so dieses intensiven Wechsel, die man manchmal hat wenn man im Sommer vom Feld in den Wald fährt und dann die Großeindrücke die so schnell passieren das kennt der ja alles nicht.
00:12:35: Wie kann es trotzdem sein dass das Motorrad obwohl die Erfahrung fehlt so eine Faszination ausübt?
00:12:41: Dass er das unbedingt möchte und jetzt quasi sein gesamtes Leben sich anfängt um diese Thema zu drehen?
00:12:46: Ja, ja es gibt schon immer wieder die Suche nach bestimmten Typen von Menschen, die eben dann Motorrad fahren wollen und deren Eigenschaften oder auch Lebensstil also Persönlichkeits-Eigenschaften und Lebensstihl zu gewissen Verhaltensweise führen wenn sie im Motorrad fahren.
00:13:03: Also die Bundesanteil für Straßenwesen hat zum Beispiel zwei Tausend vierzehn eine relativ große Befragung gemacht mit weit über tausend Leuten Und da haben sich schon verschiedene Lebensstielgruppen und auch Persönlichkeittypen klassifiziert Zumindest so einen Ansatz geben zu klassifizieren, wer sich denn dafür interessieren könnte.
00:13:20: Und wenn man das immer ganz grob beschreibt, dann gibt es auf jeden Fall Menschen die ja eher begeistert sind.
00:13:25: Das sind beispielsweise Menschen, die sehr offen ist, sehr positive Einstellungen haben auch zu offenen Verhaltensweisen also die auch mal etwas suchen was sie stimuliert.
00:13:37: Die Stimulationen in der Fortbewegung suchen oder überhaupt im Leben.
00:13:40: Wer die positive Erlebnisse suche aktiv und großen Erlebnis Hunger haben.
00:13:47: Das ist schon etwas, was die Leute dann durchaus dazu bringt wenn man das noch zusammen tut mit etwas wie eine Identifikation mit einer Gruppe dass man das sucht ich möchte dazugehören zu einer Gruppel zu einer spezifischen und idealerweise ja was Positives machen Dann würde ich sagen es ist schon Etwas Was Die leute Vielleicht Eher Noch Zum Motorrad fahren animiert.
00:14:08: Wir Kommen Ja Vielleicht nochmal Darauf Wenn Es Einherm Unfallen Und Risiken Geht Weil auch das sind Schon Alles Eigenschaften gewesen Die im Zweifel Teil wäre es ein bisschen auch dazu führen, dass die Risikoverhalten steigt.
00:14:19: Wenn man gerade dann wäre so sensation seeking ist da das Konzept beispielsweise also ganz viel Erregung sucht beim Fahren, dann wird es eher schwierig was die Unfallwahrscheinlichkeit ermietet.
00:14:32: Total spannend jetzt schon.
00:14:33: ich muss sagen, ich weiß gar nicht.
00:14:36: Es ergeben sich gefühlt gerade noch zwanzigtausend weitere Fragen zu den Zehntausenden die wir schon aufgeschrieben haben.
00:14:41: Trotzdem versuchen wir das weiter mal so ein bisschen strukturiert zu halten und zu den offenen Verhaltensweisen kommen wir vielleicht später nochmal zurück weil da habe ich so ein paar Rückfragen.
00:14:49: Jetzt aber zu einem anderen Punkt den du schon angesprochen hattest so das Thema flow Das Motorradfahren der beschreiben dass sie da wohl irgendwie so reinkommen ist das was?
00:14:56: Dass ich tatsächlich so psykologisch Halten lässt.
00:14:59: also gibt es diesen flow zustand und was passiert dann dabei psychologisch?
00:15:04: oder was ist das?
00:15:05: Was wir vielleicht auch so ein bisschen beschreiben?
00:15:06: als selber motorrad fahren kriege ich auch einfach den kopf frei.
00:15:11: Ja, wir haben wie gesagt in der psychologie ganz viele konzepte flows eins für mich schon sensation sieg.
00:15:15: angesprochen kommen paar andere Und vielleicht können wir sogar auf dem dann in krigger effekt erst ganz Ganz toll in dem bereichs.
00:15:22: Der erklärt nämlich viel warum gerade junge leute große sicherheitsrisiken eingehen beim motorradfahren.
00:15:29: Bevor wir so ein bisschen mit Psychologie sprechen, muss ich leider eine kleine Einschränkung noch verabschicken.
00:15:33: Das ist so ein akademisches Verhalten, dass man immer sagt, wir müssen ein bisschen sagen, dass wir das nicht zu weit interpretieren was wir jetzt besprechen.
00:15:40: Es gibt eine methodische Kritik.
00:15:41: die sollte man erläutern und ein bisschen beim Hinterkopf behalten.
00:15:44: wenn wir uns damit auseinandersetzen was die Psychologie so herausgefunden hat denn viele Studien sind Befragungsstudien Jetzt gleich um Flow-Effekt sprechen, dann kann man ganz viel aus der Literatur ziehen wo man Menschen einfach gefragt hat.
00:15:57: Warum fährst du?
00:15:58: Wie fühlt sich das an wie ist dein Verhalten im Verkehr wenn du Motorrad fährest?
00:16:04: und da sind Befragungsstudien wo Leute mit dem Motorcycle Rider Behavior Questionnaire also dem Motorradfahrer Verhaltensfragebogen befragt werden oder auch ganz offen so wie wir das hier tun in einem Interview Style Und da kann man dann Auskünfte erhalten, aber das sind immer nur selbstberichtete Daten.
00:16:20: Also Leute geben ihre eigenen Gründe an, warum sie die tun.
00:16:23: Es fehlen so ein bisschen die Beobachtungsstuhe.
00:16:25: Das heißt was wir auch vielleicht wenn der Interesse besteht ein bisschen beleuchtet und dass das sagen und das tun nicht immer das gleiche ist.
00:16:33: Wenn wir jetzt über Flow sprechen gleich, dann muss man sagen sind es alles mal Selbstauskünfe, die darauf zugrunde liegen.
00:16:40: dass wir gerne mal hätten und das wäre vielleicht mal ein Forschungsfarm, was man auch anstreben könnte auf den Communits- und Vorbereitungen.
00:16:47: Das nennt man so Field Operational Test, sondern als Realistic Driving Studie macht es.
00:16:50: Man leute einfach wirklich befragt und dann aber auch wirklich mal fahren lässt und beobachtet beim Fahren.
00:16:55: Und dann guckt wie weit hängt das eine mit dem anderen eigentlich zusammen?
00:16:58: Man kann ja sein, dass ich immer sehr visikoreiche einschätze, dann aber doch eher vorsichtig fährt und für gleich zu andern.
00:17:04: Und das andere, was wir dann noch haben ist diese Studien die wir jetzt vielleicht immer wieder mal auch zitieren eigentlich über den gesamten Globus verteilt sind.
00:17:13: Das heißt, da hört man dann von Mopedfahrer in Taiwan genauso wie von Harley-Fahrern in den USA.
00:17:22: also wie weit wird diese zugrunde liegenden Mechanismen?
00:17:26: Die sind sich dann schon ähnlich.
00:17:28: Gott sei Dank sonst würde ich auch nicht sprechen.
00:17:30: Aber die einzelnen Studien, die sind ja doch immer ein bisschen unterschiedlich.
00:17:33: Wie weit man das auf dem klassischen deutschen Motorradfahren denn übertragen kann ist aber ein bisschen schwierig.
00:17:36: Gut jetzt haben wir schon ein bisschen über Flow gesprochen.
00:17:40: Also wenn flow ein bisschen charakterisieren möchte könnte man sagen das ist eins in der zone sein sagen oft menschen.
00:17:48: klassisches merkmal ist bei flow dass wir das gefühl haben wir gehen in der situation auf verlieren so ein bisschen.
00:17:56: das gefühlt vielleicht voraum und zeit für umgebung auch also nicht die verkehrsituation die guckt man schon noch an Aber vielleicht für den Zeitrahmen, dem wir uns bewegen.
00:18:07: Wenn wir auf einen Sonntagmittag gegebenenfalls ein Motorrad eine Ausfahrt machen, dann sind wir in einem Zustand idealerweise... Die wünschen sich auch viele und suchen auch viele, indem man eine Tätigkeit ausführt um ihrer selbst Willen.
00:18:20: Das heißt, wir sagen oft im Alltäglichen der Weg ist das Ziel.
00:18:25: In der Psychologie würde man sagen es ist eine autothelische Aktivität also etwas was wir Wie gesagt, wie in so einem automatisierten Modus dann durchführen.
00:18:34: Ohne dass wir groß darüber nachdenken.
00:18:36: Das ist ganz spannend weil das eben etwas ist was dann Menschen auch ein bisschen die Zeit vielleicht vergessen lässt.
00:18:42: Das heißt es ist ja auch erklärlich warum man dann vielleicht zum Sonntagabend am Brot zu spät nach Hause kommt.
00:18:47: Einfach weil's so toll war.
00:18:48: Ja und vergisst das dann so ein bisschen?
00:18:50: Also vielleicht auch nur gute Erläuterung wenn du als nächstes mal ein bisschen Stress kriegst, wann man nicht pünktlich um vorkommt.
00:18:54: oder sorry für am Florelli.
00:18:58: Also wir hatten jetzt die Beschreibung, also was du da beschreibst und dieses Flow.
00:19:04: Und ich vergesse die Zeit, ne?
00:19:07: Da beschlage ich es einfach mal direkt die Brücke zum Glücklichsein.
00:19:13: Ich glaube das ist ja auch da, was die Leute so als Glück empfinden.
00:19:19: Du hattest auch dieses Sensation Seeking quasi diese Sucht nach... Intensiven Eindrücken, die mit dem Motorradfahren hergehen.
00:19:30: Sind es in Anführungsstrichen nur diese zwei Dinge?
00:19:33: Die befriedigende Komponente, denn du schüttelst schon mit dem Kopf.
00:19:40: Weil du hast jetzt ja auch gerade die gesamte Bandbreite aufgemacht vom Moped-Fahrer in Indien oder in Thailand bis hin zum Harley-Fahrer in den USA und zwischendrin liegt der Rennstreckenfahrer, der hier in Mitteleuropa unterwegs ist.
00:19:55: Was macht denn alles am Motorradfahren glücklich außer dieser Flugzustand?
00:19:59: Vielleicht
00:20:01: unterscheiden wir, wenn wir nach dem Glück fragen nochmal nach den Anwendungsfällen.
00:20:04: Also wenn ich mit dem Motorrad morgens zur Arbeit muss und ich fange vielleicht ein bisschen früher an es ist früh um fünf und es nieselt dann bin ich mir nicht ganz sicher ob diese Glücksfaktoren über die wir dann sprechen die für den Freizeitbereich gelten ebenfalls sozusagen dabei sind.
00:20:19: genauso wenn man vielleicht im Stau steht morgens weil wie gesagt alle anderen Pender auch ins Büro wollen oder zur Arbeitsstätte kann sich das ein bisschen in Grenzen halten, was das Glück angeht.
00:20:29: Wie gesagt für den Freizeitbereich aber auf jeden Fall hatten wir ja schon besprochen sind es unterschiedlichste Komponenten die zusammenwirken.
00:20:35: Glück ist kein unidimensionales Konstrukt.
00:20:37: Das heißt Glück ist nichts was sie nur aufgrund von einem Grund haben sondern es gibt verschiedenste Zusammenwirkende Faktoren.
00:20:44: über Freiheit hat mir schon gesprochen.
00:20:45: Freiheit bedeutet eben diese intensive Erfahrung zu haben den Elementen ausgesetzt sein Und die dann auch zu bezwingen.
00:20:52: Etwas, was damit auch einhergeht ist der erzwungene Aufmerksamkeitsfokus.
00:20:56: Auch das kann glücklich machen nicht.
00:20:57: Wenn wir im Fahrzeug sind, haben wir im Wesentlichen oftmals mitfahrende Wir haben Ablenkungsmöglichkeiten Man kann das Handy in die Hand nehmen im Stau Das ist alles so eine verteilende Aufmerksamkeit.
00:21:11: und im Auto haben wir ganz oft das Problem Die Leute überhaupt darauf zu konzentrieren nach vorn aus wird zur Scheibe zu schauen.
00:21:16: Damit sie sich auf die Straße fokussieren.
00:21:18: Das haben wir am Motorradfahren nicht.
00:21:20: Wir können unsere Gedanken, unsere Alltagsprobleme nach hinten stellen.
00:21:25: Vergessen die zum Teil, es hat eine stresssenkende Wirkung und das führt auch zuteil zu einem positiven Gefühl der gesteigerten Lebendigkeit.
00:21:35: Also Menschen fühlen sich lebend und vergessen dass was ihnen sonst Sorgen macht.
00:21:41: Das sind alles Bestandteile Und was ich ganz spannend finde ist etwas was wir auch beim Fahrrad fahren haben oder auch bei Autofahren und beim Motorrad fahren eine ganz besondere Sache, ist das sogenannte Embodiment.
00:21:54: Also dass wir unsere eigene Körperwahrnehmung erweitern um den technischen Gegenstand mit dem wir uns fortbewegen.
00:22:04: Man könnte langläufig sagen der Mensch verschmülzt mit seiner Maschine.
00:22:08: in wissenschaftlichen wäre das embodied cognition.
00:22:11: Das heißt wir begreifen oder erweiteren unser Selbstbild um das Motorrad.
00:22:17: Das gehört dann mit dazu, das gehört mit zu uns!
00:22:19: Man sagt ja auch nicht umsonst man fährt doch viel mit dem Po und gar nichts so sehr mit den Händen vielleicht.
00:22:25: also die sind natürlich alle beteiligt.
00:22:26: aber
00:22:27: dieses Gefühl
00:22:28: fürs Motorrad, dass heißt es wird wie ein so weiteres sensorisches Organ bei Seitenwind zum Beispiel merken wir wie er uns der angreift.
00:22:35: Nicht nur an einem Körper sondern auch gerade über verkleideten Maschinen von der Seite.
00:22:39: und das schärft auch die Sinne und erweitert unser selbst.
00:22:42: und das ist schon etwas wenn man gut macht und es ein starkes erleben ist, wenn man zum Beispiel auch einen spannenden Strecke unterwegs ist.
00:22:49: Und sich auch fallen lassen kann.
00:22:51: Es führt dann wirklich zu einem teilweise wirklich starken Glücksgefühl.
00:22:54: ja und sowas ist schon dann auch speziell fürs Motorradfahren gibt's in abgestuftem Formel für das Auto auch aber nicht so sehr
00:23:02: okay super spannend und du hast vorhin Im Einstieg eine Situation beschrieben, die mir gestern in Vorbereitung auf das Gespräch begegnet ist.
00:23:11: Und zwar habe ich noch mit dem Journalisten-Kollegen telefoniert und ihn auch gefragt, hey was ist denn?
00:23:17: ... also der es Motorradjournalist natürlich?
00:23:19: Was wird dir dich denn in ein paar Strichen interessieren an der Thema die Psychologie des Motorradsfahrens?
00:23:24: Da hat er mir eine Situation geschrieben, die du gerade eigentlich als negativen Aspekt herausgeriffest.
00:23:30: Ich und meine Kollegen, wir haben einen sehr langen Weg jeden Morgen und jeden Abend ins Büro.
00:23:36: Greifen aber trotzdem lieber zum Motorrad... ...und nicht zum komfortablen Auto um diese Strecke zu überwinden.
00:23:43: Und lese ich das richtig so wie du es beschrieben hast dass ist das eben auch, ich sag mal,... ...das Bewusstere ist und dieses Fokussiertere was dann die Fahrt oder die Pendelai oder vielleicht auch den unangenehmen Teil erträglicher macht?
00:23:58: Ja!
00:23:59: Auf jeden Fall.
00:24:00: Also auch im Alltag.
00:24:01: den wollte ich jetzt gar nicht abwerten, aber auf dem Alltag kann man natürlich sehr bewusst zum Motorrad greifen und sagt es einfach schneller.
00:24:06: Im Stadtverkehr oder vielleicht wenn man weiß ist viel Stau kommt und man kommt mit dem Motorrad durchaus an Stellen durch wo einem Auto ihn nicht durchkommt.
00:24:14: Kann auch sehr wohl eine bewusste Entscheidung für das Motorrad sein, auch wenn's der Alltag ist.
00:24:18: Ob man dann aber eben dieses von mir beschriebene Ich bin im Flow und ich bin sowieso raus breit lachend auf der Arbeit an, ob das dann jeden Morgen stattfindet.
00:24:28: Das würde ich mir wünschen für die Leute, die Motorrad fahren.
00:24:31: Bin mir aber nicht ganz sicher, ob es wirklich passiert.
00:24:34: Verstehe.
00:24:35: Wir wollen mal ein bisschen von dem Flow jetzt weg, auch den ersten Moment der uns glücklich macht.
00:24:39: ich möchte ein anderes Stichwort aufrufen das du vorhin schon genannt hast dann in Kruger Effekt vielleicht für die die nicht kennen einfach nochmal eine kurze Erklärung vorab.
00:24:48: und was hat es da im Kontext mit Motorradfahren auf sich?
00:24:51: Ich glaube du hattest schon angedeutet zumindest kann ich mir das vorstellen dass ist aber hier eben sehr viel mit der jungen Erfahrung zu tun hast.
00:24:56: du hättest glaub ich auch angesprochen auf die Bekanntschaft von Michel dem Fünfzehnjährigen Aber Du hast das Wort hier das erste Mal genannt, also ob liegt es auch an dir das jetzt hier gebühlt einzuführen und direkt in den Kontext zu sitzen?
00:25:09: Ja.
00:25:10: Danke fürs Aufgreifen!
00:25:11: Also wir haben, wünsche mal ganz kurz über Verkehrsszellen neben den Typen gesprochen.
00:25:15: Und da... Wir haben ja schon ein bisschen angedeutet was mit einem hergeht.
00:25:19: auch sind die Altersklassen vielleicht und doch die Geschlechterverteilung.
00:25:23: Das war eher dominant ein männlicher Sport oder ein männliches Mobilitätsverhalten.
00:25:28: Siebzig-dreißig ungefähr.
00:25:29: Die ist man immer wieder eine Listeratur.
00:25:31: Sind da die Zahlen Seventich Männer, Prozent und dreißig Prozent Frauen.
00:25:36: Bei den Verkehrzehnnehmer-Typen hat man schon ein bisschen über Lebensstil und Persönlichkeitstyp gesprochen.
00:25:41: Und wenn man dann noch ein bisschen tiefer reinbohrt in das Alter, ja?
00:25:45: Dann ändert sich Lebensstihl auch zum Teil und der Persönlichkeitstyp verändert sich quasi nicht so groß, aber der wirkt sich vielleicht einfach anders aus im täglichen Verhalten.
00:25:59: Wenn wir jetzt nochmal die Jungen adressieren wollen würden, dann gäbe es da aber eben nicht nur da sehr viel auch Belege zumindest ansatzweise für den Dunning-Creeger Effekt.
00:26:11: Was bedeutet das?
00:26:12: Also die Frage war ja, was ist der Dunning Creeker Effekt im Wesentlichen?
00:26:16: Habt ihr die Bundeslandschaft fürs Straßenwesen, denen auch selbst schon mal aufgegriffen, ist etwas, was zur Sozialpsychologie kommt also gar nicht so sehr aus dem Mobilitätsbereich, ist neun zu neunundneunzig bekannt geworden.
00:26:28: in einer ersten Publikation und dort ging es noch um Texte lesen, also noch gar nicht ums Mobilitätsverhalten und uns fortbewegen.
00:26:37: Später ist seiner erweitert worden auf das Auto fahren oder Motorrad fahren.
00:26:40: Und der dann in Kruger Effekt meint wesentlich eine typische Selbstüberschätzung.
00:26:46: Diese Selbstüverschätzungen kennzeichnet sich dadurch dass es eigentlich eine kognitive Verzerrung ist.
00:26:51: Das heißt wir haben kognitiv gesehen wenn wir diesem Effekt erliegen wenig Möglichkeit unserer eigene eigenes nicht können.
00:27:01: Ich versuche gerade das Wort inkompetent zu vermeiden, aber unser eigenes Nicht-Können zu erkennen.
00:27:07: Das heißt wir merken gar nicht dass wir Dinge nicht können und überschätzen uns dann logischerweise und das führt halt viel zu Risikoverhalten, führt auch zu Unfällen ja.
00:27:20: und was dazu noch dazukommt ist, dass wir gar nicht erkennen, dass andere vielleicht besser sind als wir das einschätzen.
00:27:28: Also es kann sein, dass wir nicht erkennen, dass der Autofahrer einfach die besseren Karten hat in auseinandersetzung mit dem Motorrad und man denkt ich komme da schon noch vorbei!
00:27:37: Ich kriege das schon auch hin!
00:27:38: Ich bin ja so viel schneller und dann merkt man auch nicht, dass möglicherweise der Autoffahrer auch gerade zum überholen ansitzt.
00:27:43: also einfach aus einer Selbstüberschätzung der eigenen Fähigkeiten und der Unterschätzungen der jeweils anderen im Verkehr und das zeigt sich insbesondere bei allen wenig trainiert sind.
00:27:55: Das heißt, je kleiner das Trainingsniveau ist, je weniger Erfahrungen Leute haben, desto anfälliger sind sie für den Kruge Effekt.
00:28:04: Ich kann da voll reinfühlen... und da einfach auch direkt bei mir anfangen, weil ich hatte das schon als Frage unabhängig von deinen bisherigen Antworten hier in unseren Fragenkatalog mit aufgenommen.
00:28:15: Ich bin glaube ich das Paradebeispiel für diese Probleme am Anfang.
00:28:18: Das heißt ich habe nicht mit irgendwie fünfzehn angefangen mit einem kleinen Mopedführerschein sondern mit achtzehnten Führerscheinen gemacht.
00:28:24: damals durfte ich glaube ich vierunddreißig PS fahren hat mich darauf gesetzt und hab mich sowohl im Auto als auch auf dem Motorrad wirklich den Sohn von Michael Schumacher und Valentino Rossi gehalten.
00:28:35: Und wirklich gedacht, ich bin der allerbeste war auch so im Straßenverkehr unterwegs hab dazu auch noch fröhlich MotoGP und so weiter geschaut gesehen wie die aus den Kurven rausdriften und gedacht hey das ist also ich habe das Körpergefühl und so und ich bin halt der eine von Millionen der es wirklich drauf hat Und hatte dann halt glaube ich so ein bisschen an die Lernkurve, als wir tatsächlich irgendwo auch in Südtirol auf der Straße unterwegs waren.
00:28:59: Es war nass!
00:28:59: Ich hatte auch eine Suzuki Bandit übrigens ne Sechsfünfziger allerdings also das Nachfolgemodell dann von dir und es fing so an im Regen dass so leichtes Slight irgendwie drin ging und ich halt dachte ja klar ist ganz easy kontrollierbar ich kann das ja mit meinem Körpergefühl bis es natürlich halt kam wie's kommen musste schön Heißseider erste externe Impulse, wo ich dann gedacht habe so
00:29:24: oh
00:29:25: also vielleicht ist es doch nicht so leicht.
00:29:27: Vielleicht hab' ich doch nicht alles was man dafür bringt.
00:29:29: Vielleicht fehlt mir dadurch die Erfahrung.
00:29:31: Retrospektiv weiß ich auch dass sich da drauf saß auf dem Motorrad wie also Hauptsache maximale Schräglage, Hauptsachen den Angststreifen weg und so weiter.
00:29:39: Das hatte aber nichts mit Sicherheit, Kontrolle und sonst was irgendwie auf dem Motorrad zu tun.
00:29:43: Ich denke das erleben viele auch retrospectiv.
00:29:46: ich kann mir nicht vorstellen dass ich hier der einzige bin.
00:29:48: viel wichtiger ist es ja dann aber auch ob für die Beteiligten also mich als angesprochen.
00:29:52: sein bester Freund kam zur Besuch mit seinem Junior der damit fünfzehn anfängt.
00:29:55: natürlich auf der einen Seite freut man sich dass er so vielleicht auch das Hobby teilt aber man hat natürlich sicherlich auch Angst vor dieser nicht bemerkend Inkompetenz.
00:30:04: Deswegen meine Frage jetzt so, gibt es denn irgendwie eine Möglichkeit Leute früher aus diesem Dunning-Grüger Effekt rauszubekommen bzw denen die Kompetenz zu vermitteln?
00:30:15: Zu verstehen hey ich bin nicht der Gott auf den zwei Rädern.
00:30:20: Ja das ist glaube ich relativ einfach.
00:30:22: Das eine ist natürlich die formale Ausbildung damit sie durchlaufen ja alle.
00:30:26: Das ändert relativ wenig an der Selbstheinsschätzung oder in der selbst Überschätzung.
00:30:31: Das Beste, was man machen kann ist sich kontrolliert in solche Situationen zu bringen um zu merken dass es vielleicht auch nicht so einfach ist.
00:30:37: Das heißt die ganz klassischen Fahrerverhaltens-Trainings idealerweise gleich nachdem man seinen Führerschein hat und nicht davon ausgehen also um gleich auch zu kommunizieren das man jetzt zwar den Führer Schein hat das heißt man kann sich im Verkehr bewegen nach den Regeln zumindest in den abgeprüften Situation aber eben noch nicht so wahnsinnig viele Erfahrungen gesammelt.
00:31:00: Diese strukturierten Trainings können durchaus helfen, nämlich Dinge die auch die Bast immer wieder in verschiedenen Studien bemängelt anzugreifen.
00:31:08: und das eine ist beispielsweise dass Menschen besser einschätzen lernen wann eigentlich so ein Motorrad anhält also der Bremsweg ganz klassisch wie im Fahrzeug, also Auto.
00:31:19: Das ist auch etwas was Motorradfahrer auch mit etwas mehr Erfahrung immer noch sehr falsch einschätzen.
00:31:27: Möglichkeiten des Vortorrats in Situationen auch wirklich auszunutzen, also wirklich bis zum eingreifenes ABS abzubremsen machen die Menschen auch wenig wenn sie es nicht regelmäßig üben.
00:31:37: Das heißt das man jetzt wie was ich dem Kollegen raten würde mit seinem fünftigjährigen Sohn ist einfach gleich das erste Fahrerverhaltenstraining Buchen in denen solche Situation noch ein paar mal mehr geübt werden Nicht vielleicht direkt nach Führerscheinübergehabe aber im vierteljahr später.
00:31:54: oder auch eine Heilis Wenn wir noch mal dran zu erinnern, hey da sind Grenzen und die kannst du auch nicht einfach so wegdenken.
00:32:01: Sondern die sind da, die sind physikalisch da.
00:32:05: Kann ich gut nachvollziehen?
00:32:06: Wie gesagt auch meine Tochter macht grad den Führerschein mit fünfzehn schon für Leichtkraftrad.
00:32:11: Mir geht's da eh nicht.
00:32:12: also ich überlegte auch schon wie wir das hinbekommen dass die Gefahr keine wird.
00:32:18: Das nehme ich mir auf jeden Fall zu Herzen.
00:32:20: Der gute Hannes hat jetzt von mir eine Motorradjacke bekommen, weil er mit seinen vierzehn Jahren oder knapp fünfzehn schon meine Statur und meine Größe hat und damit habe ich ein bisschen für passive Sicherheit gesorgt und werde jetzt auf jeden fall dieses Thema auch angehen das aktiv zu gestalten vielleicht auch selber aufgreifen, das wieder mitmachen.
00:32:36: Weil das ist ja so wie du sagst ne?
00:32:39: Das ist ja kein Altersproblem sondern weil man sich so selten in diese Grenzsituationen begibt hat man natürlich dafür keine Erfahrung.
00:32:45: ich als Journalist hab das noch relativ häufig und finde und dass es vielleicht auch so vielleicht dieser absteigende Ast beim dann den Kruger Effekt findet, dass ich das immer noch nicht kann.
00:32:55: Also je mehr man erkennt wie schlecht man ist umso respektvoll erwärt man.
00:33:00: ja glaube ich auch.
00:33:02: Ich will aber nochmal zurückgehen Typ Jan, der auch der Typ Michel ist in den in der Zeiten, die ich eingestiegen bin.
00:33:09: Ich habe mich ja auch als The Goat also the greatest of all times gefühlt, als ich damals mit dem Motorrad angefangen hab.
00:33:15: und jetzt haben wir hier quasi zwei Testosteron gesprängerte Jungspundel gerade den Teenager Alter entwachsen Wie wir damals eben gewesen sind.
00:33:25: und für mich stellt sich dann natürlich die frage du hast es auch schon angesprochen Frauen spinne tich auch eine rolle grundsätzchen im straßenverkehr beim motorrad fahren vielleicht ungefähr so siebzig dreißig.
00:33:37: Gibt es denn strukturell oder gibt es den unterschiede?
00:33:41: also gibt es so verschiedene Grundtypen in dem aus psychologischer Sicht im Straßenverkehr ist das was geschlechter spezifisches.
00:33:49: kann man das irgendwie einordnen?
00:33:51: also gibtes denen, ähm, notorischen oder vielleicht auch ähm ja psychologisch bedingten Raser.
00:33:59: Ähm gibt es andere Hintergründe die dazu führen?
00:34:02: Gibt es extrem Schicht in der Persönlichkeiten?
00:34:04: wie ist das einzuordnen?
00:34:06: Ja also gibt immer wieder die Suche nach Personentypen Menschen Typen Menschen Kategorien oder Kategorie wo man Menschen reinsortieren kann und dann wird auf der im Allgemeinverständnis oft damit verbunden, dass man sagt also wenn jemand in der Kategorie ist dann ist er so und dann können wir auch erklären wie Unfälle zustande kommen oder ob wir diese Menschen in einer bestimmten Art und Weise dazu bringen können möglicherweise sich anders zu verhalten.
00:34:32: Wenn man sich das anguckt gibt es ABC-Klassifikationen in den einen Beiträgen Typ A, Typ B, Typ C und der Typ As nimmt der ruhige und Typ C ist irgendwie derjenige der immer Gas gibt den Thrill sucht, also das überbordene Engagement in der Fahrt.
00:34:49: Aber wenn man dann schaut was kann man damit eigentlich erklären am Verhalten?
00:34:53: Dann sind es oft sehr wenig Prozente.
00:34:56: Also wenn man sich das verhält auf die Straße anschaut und sagt so wie viel davon macht jetzt die Persönlichkeit aus, so wie wir sie klassifiziert haben trotz größter statistischer Aufwände und trotz gröster Stichproben sind aber unter zehn Prozent des Verhaltens.
00:35:08: Das ist gar nicht ganz so viel.
00:35:10: Die Situation bestimmte Verhaltensweisen fördert und sicherlich in bestimmten Situationen mag sich der Typ dann rausprägen.
00:35:20: Und da unterscheiden sich Menschen auch, in der gleichen Situation gibt es unterschiedliches Verhalten.
00:35:24: aber der Verkehr an sich ist einfach eine hochdynamische Situation also situationsbedingte Umgebung in der sich die Dinge auch alle immer sehr schnell ändern.
00:35:34: Das heißt Motorradfahren wir haben schon mit dem Flow gesprochen sind natürlich ein Stück weit näher ich will nicht sagen anfälliger dann vielleicht auch ein bisschen schneller noch zu fahren als erlaubt oder auch eine kurve ein bisschen anders zu nehmen, als wenn es mit dem Auto machen würde.
00:35:50: Also das kommt auch einfach mit diesem Flow-Gefühl.
00:35:53: Deswegen sieht der eigentlich Persönlichkeitstyp, der mag dann schon nochmal einen Unterschied machen aber ist jetzt nicht so dass der dann Großteil des Verhaltens erklärt.
00:36:01: So einfach ist es denn leider nicht.
00:36:04: Wenn wir ja nochmal schauen in diese Bassstudie von zwanzig vierzehn die war eigentlich ganz gut und hat gesagt der Lebensstil also auch da kann man Leute schon ein bisschen kopieren Rock stehen, auf Partys stehen.
00:36:14: Die extrovertiert sind also nach außen geben die an sich intern relativ wenig Aktivierung verspüren und deswegen externe Reize brauchen wie schnelles Verhalten Aufregende Situationen die gerne auch im Mittelpunkt vielleicht deswegen stehen.
00:36:29: das sind dann welche die zumindest laut dieser Bassstudie durchaus in eine Lebensstilgruppe fallen die dann eher sozusagen dazu führt dass man möglicherweise die Grenzen ein bisschen näher ausreizt einfach um diese Stimulation zu haben, die man sonst von sich heraus vom internen nicht bekommt.
00:36:46: Dann haben wir noch ein Persönlichkeitstyp.
00:36:48: das wäre dann wie man reagiert auf bestimmte also stabil über verschiedene Situationen auf bestimmten Reize reagiert.
00:36:55: und da gibt es Menschen die sind eher reizbar, die haben höhere Sensation Seeking also hohe Erlebnis-Hunger, haben teilweise auch begringe Norm Akzeptanz.
00:37:02: Also auch solche Kandidaten gibt's sowohl und haben schon über die Gruppen Identifikation gesprochen.
00:37:09: Ich trage auch in der Freizeit und auf Arbeit T-Shirts, auf denen steht ich mit Beiger.
00:37:14: Und egal wo es hingeht, auch auf der Hochzeit der Tante oder der Cousine trägt man dann das T-shirt weil alles so stark identifizierend ist.
00:37:22: Das ist dann etwas, wo man sagt sich assoziere mich sehr stark zu einer Community.
00:37:26: Wenn diese zwei Faktoren dieser Lebensstil also gerne Partie, gerne Outgoing, gerne rausgehen zusammen noch mit diesem Persönlichkeits Typ kommt, dass man schnell Reiz bei ist sozusagen eine kurze Lunte hat wenig emotionale Stabilität beispielsweise und starken Gruppzugehörigkeit sucht über dieses eine Verhalten.
00:37:45: Dann wird es schwierig, da sind das schon Leute die dann auch ein sehr hohes Unfallrisiko haben und auch da die Normakzeptanz relativ klein ist.
00:37:54: Das schwanken dann die Schätzungen dass sie an zwanzig bis dreißig Prozent der Unfälle noch beteiligt sind in diese Gruppe von Menschen.
00:37:59: also dies schon recht viel dar.
00:38:02: Das ist ja wirklich beachtlich!
00:38:04: Ja, es ist wirklich je nach Studium ein bisschen anders.
00:38:08: Und vielleicht nochmal das Gegenpol zu kennzeichnen weil das jetzt Schätzung der Waststudie gewesen.
00:38:13: aber ich hatte ja schon gesagt die Studien verteilen sich über den gesamten Globus.
00:38:18: Das heißt wenn man dies jetzt anschaut in Taipei zum Beispiel, da gab es auch eine Studie mit über zweitausend Personen und da hatten z.B.
00:38:26: junge Frauen in erhöhtes Risiko-und Unfalle verwickelt zu werden.
00:38:30: Da fragt man sich warum?
00:38:32: Die Persönlichkeit ist eher nicht weil die nicht in die beschriebenen Lebensstile oder Persönlichkeitstypen passen sondern das ist einfach die Erfahrung gewesen dass gerade junge Frauen dann im Schnitt eher deutlich weniger gefahren sind nämlich dreimal weniger als die jungen Männer des gleichen Alters und dass sie deswegen eine Situation vielleicht auch einfach nicht so gut einschätzen konnten.
00:38:52: Das heißt, um die beiden Kontrasts jetzt nochmal zusammenzuführen, gibt es schon gewisse Eigenschaften der Person, die eben gefährlich ist oder Biskube auf das Verhalten fördern oder nahe legen – das ist aber nicht die alleinige Erklärung, sondern wenn wir zurück zum jungen Mann, den er schon ging... Dann denke ich, kann man sehr viel machen mit Aufklärung aber auch immer wieder aufzeigen der eigentlichen Grenzen in sicheren Umgebungen.
00:39:17: Da könnte man sehr viele Einflüsse nehmen.
00:39:18: noch.
00:39:19: Du warst jetzt sehr bei den Typen und sozusagen Einflüssen auf die Persönlichkeit.
00:39:24: Merken alle du hattest vorher aber auch mal ein bisschen den Kontext angesperren ja?
00:39:28: Und darauf möchte ich immer so ein bisschen reingehen, weil ich mich frage warum ist es eigentlich so?
00:39:32: also wir haben mich und ich auch öfters mein Meinungsverschiedenheiten.
00:39:36: Wir haben die auf unterschiedliche Art und Weise schon mal ausgelebt hier quasi in diesem Art Videocall im Podcast.
00:39:43: Im persönlichen Gespräch natürlich auch unter Motorradhelm mit unseren Intercom Systemen und das war dann immer so.
00:39:49: ja ich bin aber der Meinung dies du bist der Meinung da ist jenes usw.. Und das funktioniert eigentlich auch mal ganz gut.
00:39:54: und natürlich hat man mal unterschiedliche Tonalitäten.
00:39:56: Mal ist man total entspannt, mal wird man doch ein bisschen emotionaler... Aber was ich nicht verstehe ist, wieso ist es im Autoverkehr so ganz anders?
00:40:04: Also wenn der Podcast hier im Autoverkehr stattfindet und Michael jetzt brauche ich deinen Support dann würde das ja manchmal, wenn wir uns streiten, so aussehen!
00:40:14: Fahr doch du Kackbratze, provozier mich doch nicht so.
00:40:16: Bewege deinen Arsch so ne?
00:40:18: Also das ist ja quasi.
00:40:19: und dann noch mit gesekulierend Stinkefinger was nicht alles was man nicht alles kennt.
00:40:26: Genau
00:40:27: also ganz ganz wild raus aus dieser Norm.
00:40:30: Warum isst es im Straßenverkehr... So einfach möglich, sich so untypisch zu verhalten?
00:40:36: oder anderes Beispiel an der Supermarktkasse ist es völlig normal, dass jemand kommt.
00:40:41: Der hat jetzt vielleicht nur eine Cola und ich habe einen ganzen Supermarkt und fragt hey dürfte ich mich vielleicht vor dir stellen?
00:40:46: Und ich sage sofort ja klar gar kein Problem.
00:40:48: aber beim Reißverschlussverfahren im Auto setzt jemand den Blinker und will da rein fahren und ich fahre meinen Vordermann aber hinten auf die Stoßstange drauf um ihn auf gar keinen Fall reinzulassen.
00:40:58: und dann kommt im Zweifel noch die wildgestikulierende und fukende Art.
00:41:01: Wieso sind wir so?
00:41:05: Das ist eine gute Frage.
00:41:07: Es ist ja sicherlich aufgefallen, es gab eine Studie der Unfallforscher oder Verforschung der Versicherer.
00:41:13: Die kam jetzt gerade dieses Jahr raus und die hat zumindest in Anteilen konstatiert dass der Ärger und damit auch die verbundene Aggressionen immer größer wird auf der Straße.
00:41:25: Was durchaus ein Phänomen ist was zumindest nach der Studie Sobald es in den Medien auch dargestellt, dann mehr wird und schwieriger wird.
00:41:32: Und man sagt naja warum sind wir so?
00:41:35: Ich würde mal unterscheiden zwischen Auto- und Motorrad weil das Motorrad fahren an sich ist auch mit sehr viel weniger Ärger verbunden als dass beim Autofahren der Fall ist.
00:41:46: zum einen Man ist einfach schneller weg, man stellt aus die Situation raus.
00:41:50: Das heißt man findet im Motorrad immer noch andere Wege ein Zweifel an jemanden doch nochmal vorbeizukommen.
00:41:56: Es geht einfach fixer.
00:41:59: Der Grundgespräch war bei den Kollegen, der angesprochen wurde.
00:42:02: Warum sie beispielsweise auch zur Arbeit dann lieber mit dem Motorrad fahren als beim Auto?
00:42:06: Das heißt also man hat da schon mal andere Möglichkeiten.
00:42:08: Man hat ein anderes Freiheitsgefühl und Erlebensgefühle.
00:42:11: Und ganz praktisch, man muss auch einfach beide Hände am Länger haben meistens.
00:42:16: Also selten dass man in einer engen Verkehrssituation Reißverschlussverfahren noch viel Zeit hat große Gesten zu machen.
00:42:23: Wenn man einfach sagt ich habe das dann doch lieber im Länger geht natürlich macht man relativ selten.
00:42:28: Wenn man das beim Auto betrachtet, ist ein Safe Space.
00:42:31: Ich habe im Auto als großen Raum um mich herum.
00:42:35: Der ist auch möglichst stabil.
00:42:38: Mein Autos werden immer leiser und besser gedämmt.
00:42:40: Man schottet die Menschen, die da drin sitzen, mehr von der Umwelt ab.
00:42:44: Das haben wir bei Motorradfahren nicht.
00:42:46: Das sehen wir beim Autofahren total klar.
00:42:48: in diesem Safe Space möchte ich natürlich auch meinen erleben... so ausleben, wie ich das möchte.
00:42:54: Das heißt, ich möchte die Ideale sehr schnell vorankommen und auch eine ganz bequeme Interaktion haben.
00:42:59: Also es ist einfach ein anderes Ziel, dass ich beim Auto fahren habe.
00:43:02: Voran kommen, wenn es zu einem Arbeitsweg ist klar oder wenn es Freizeitfahrt ist.
00:43:06: aber ich hab im Auto einfach ganz andere Bedingungen sodass das im Auto vielleicht auch nochmal sehr viel einfacher fällt sich auch gehen zu lassen weil ich ja dann geschützt bin durch mein Fahrzeug.
00:43:19: Ich habe keine unmittelbaren Konsequenzen Und auch in meinem Ausdruck, weil ich kann ja sagen was ich möchte der andere hört es eigentlich ähnlich.
00:43:26: Wenn ich nicht gerade Fenster aufhabe und dann auch.
00:43:28: So bei Motorrad ist ein bisschen anders da haben wir weniger Ärger einfach generell kommt schneller weg ist aber auch angreifbarer und hat auch ganz andere Mensch-Maschine Interaktion.
00:43:40: also Motorrad wenn ich darauf nie aufpasst das kann auch mal umkippen dass beim Auto eher nicht passiert.
00:43:45: deswegen bin ich auch eher fokussiert auf mich und meinen Bike.
00:43:48: Man hat gesehen davon Der Pflegezustand von Motorrädern ist auch sehr hoch.
00:43:51: Das heißt, Leute kümmern sich aus der Starkung ihrer Maschinen und um sich selbst... Also das ist auch etwas, was einen anderen Fokus nochmal liegt viel mehr auf sich selbst als die anderen.
00:44:00: Okay ich habe noch mal eine Frage zu der Versicherungsstudie, die du gerade angesprochen hast, die ja beschrieben hat dass die Aggressionen im Straßenverkehr mehr werden?
00:44:12: Jetzt hast du fürhin auch angesprochen mit dem Beispiel aus Taipei, ... häufiger in Unfälle verwickelt waren, weil sie weniger gefahren sind.
00:44:25: Wenn ich das beide zusammenwärfe... ... sind das für mich eher so externe Faktoren und irgendwie was sozial-gesellschaftliches vielleicht auch mitgeprägt.
00:44:35: Kann das ein Effekt sein?
00:44:36: Also bei den Frauen im Tapé sage ich vielleicht aus traditioneller Geschlechterverteilung.
00:44:41: waren die Frauen weniger, deswegen mehr Unfälle.
00:44:43: Und wenn ich jetzt dieses Aggressionspotenzial im Straßenverkehr herausgreife und mir quasi die Debattenkultur oder grundsätzlich die Kommunikation und die Situation aktuell anschaue wo ich das
00:44:56: auch
00:44:57: empirisch auf meiner Erfahrung wahrnehme dass es aggressiver wird sehe ich da irgendwie parallel.
00:45:02: lässt sich das ableiten also oder ist es zu weit hergeholt?
00:45:08: Die UDV-Studie, also von der Unverforschung der Versicherer hat ja der Geschlußfolger des Menschen argumentieren.
00:45:14: Schulz sind eigentlich immer die anderen.
00:45:16: Ich habe immer nur Ärger weil alle anderen sich blöd verhalten.
00:45:19: Ich selber bin nicht das Problem.
00:45:20: Also so gar nicht.
00:45:21: und wenn man da mal ein bisschen darüber nachdenkt dann hat das ungefähr den Charakter von... ...von ninety.
00:45:27: fünf Prozent der deutschen Autofahrer schätzen einen dass sie besser fahren als der Durchschnitt.
00:45:31: Das ist mathematisch möglich aber wenig plausible.
00:45:36: Und wenn man das mal versucht in einer allgemeinen psychologischen Stenkweise auszudrücken, können wir uns sagen naja Wenn ich vorankommen möchte oder wenn ich mit anderen interagiere im Verkehr insbesondere dann schaue ich ja am wesentlichen nach vorne oder maximal noch zur Seite Ich gucke aber nicht nach hinten.
00:45:54: Das heißt was ich mitbekomme ist oftmals dass mein Fahrtweg oder wie gibt es so einen Crux?
00:45:59: Das ist schon in den Aten dreißig beschrieben Mein Field of Safe Travel also der Weg Der vor mir liegt, durch den ich sicher fahren kann der Bereich.
00:46:07: Dass er eingeschränkt wird von anderen Leuten oder in einer Form beeinträchtigt wird
00:46:11: wie ich es
00:46:12: nicht möchte.
00:46:14: Da liegt's nahe dann ärgerlich zu werden und zu attriburieren, der jeweils andere ist Schuld.
00:46:18: Der ist da reingefahren jetzt kann ich nicht mehr weiter oder der fährt einfach nicht.
00:46:22: was soll das?
00:46:22: Das ist doch grün, dass am Handy es nervt.
00:46:26: Was ich aber eben nicht mitbekomme sind die Situationen in denen ich das Hindernis für andere will.
00:46:31: wenn hinter mir die Leute nicht hupen bekommen ich es nicht mit.
00:46:35: Wenn ich irgendwo reinfahre in eine Lücke und jemand hinter mir muss bremsen, bekomme ich's nicht mit wenn derjenige nicht sagen hupt oder mir das anderweitig irgendwie klar macht.
00:46:46: Wenn mich um es auf den Torrad zu kommen auf der Bundesstraße einfach mit hundertvierzig in der achtziger Zone an allen vorbei fahr kann es trotzdem passieren dass Großel der von mir überholten Leute eigentlich an der nächsten Ampel in einer nächsten Stadt direkt wieder hinter mir stehen Und das krete ich alles nicht mit, weil ich guck mich in den Rückspiegel.
00:47:04: Überhaupt haben wir kognitive Biasis, die gar nicht erlauben.
00:47:08: so richtig gut dass wir mitbekommen, dass unser Verhalten jetzt von dem was wir wahrnehmen und einschätzen nicht den Zweck hat, den wir gerne möchten.
00:47:17: Also gerade wenn wir Fahrrad fahren zum Beispiel das Gefühl ist letzten Satz Ich möchte gern vorankommen, alle anderen stören.
00:47:24: deswegen nervt mich das.
00:47:25: Jetzt überhole ich den Fahrzeug vorbei führt dazu dass ich das Gefühl habe ich bin eigenmächtig, ich bin autonom und kann die Situation verändern.
00:47:34: Führt aber durch so etwas wie verschiedene Wahrnehmungsverzerrungen.
00:47:38: dazu ist ich glaube ich bin jetzt auch schneller gewesen und fühle mich deswegen besser was ich aber gar nicht war.
00:47:44: also wir haben so ein speedvolles sie nennt sich das kognitive Verzerrung nach der wir annehmen wenn dich möglichst nach einer Zeit des Langsamfahrens sehr schnell fahre, hole ich die Zeit wieder rein.
00:47:54: Das trifft aber für die allermeisten Situation überhaupt nicht zu.
00:47:57: Wenn du überhaupt an Zeit gewinne, die sich im Sekunden teilweise Minutenbereiche abspielen, aber schon zweistelligen Minutenbereichen reinzufahren durch schnelles Fahren wenn ich Zeiten des Langamfahrens drin habe... Gehen nicht!
00:48:12: Weil im Wesentlichen Ankunftszeit wird dadurch bestimmt durch diese Zeiten, in denen ich langsam fahren muss.
00:48:18: Nicht durch die Zeit, in der ich schnell fahren kann und solche Kocken im Verzerrung führen ihm auch dazu dass wir die anderen als Schuld wahrnehmen weil sie unseren Weg ja behindern aber wir vielleicht gar nicht mitbekommen das wir auch andere Bilder haben.
00:48:30: deswegen sind die Anderen dann immer schuld.
00:48:32: deswegen ist es so einfacher sich über die aufzuregen weil ich auch mein eigenes Fehlverhalten oft nicht gespiegelt bekommen.
00:48:38: Ich
00:48:39: wollte mich
00:48:40: nur kurz diesen Begriff des kognitiven Bayes erklären lassen, aber deswegen hatte ich reingegreht.
00:48:44: Aber das hast du ja quasi damit gemacht weil die Leute ja vielleicht damit nichts anfangen können.
00:48:49: Tut mir leid
00:48:50: passiert kein Problem, kein Problem
00:48:52: haben wir aufgeklärt.
00:48:54: Ich möchte das Thema so ein bisschen abschließen bevor wir dann zu den weiteren angesprochenen Themen auch kommen die du schon so ein bißchen angekratzt hast.
00:49:00: aber wir haben jetzt gemerkt es gibt ganz ganz viel Emotionen die auf uns wirken in allen Bereichen nicht nur die freudigen sondern auch die negativen im Sinne von was macht der Depp da oder die Deppe neben mir?
00:49:10: Wieso sind alle langsamer?
00:49:11: bin ich schneller?
00:49:12: Gibt es denn für dich irgendwie so ein Tipp, wie man sich so emotional in solchen Situationen neutralisieren kann?
00:49:19: Also ich kenne das total.
00:49:20: Ich stehe ja in München auf dem mittleren Ring und habe im Auto genau diese Situation, dass ich eine Machtlosigkeit fühle.
00:49:27: Ich spüre, ich steh da jetzt einfach drin und kann weder nach links oder rechts und dann sind alle... Käse, weil die fahren halt nicht so wie sie fahren sollten.
00:49:33: Wenn alle so fahren würden wie ich, wären wir alle viel schneller.
00:49:35: zu Hause bringt ein Jahr aber nicht weiter oder man regt sich halt über irgendjemanden auf.
00:49:40: Gibt es eine Möglichkeit auch wenn du dich gerade aus einem miesen Termin rauskommst und so weiter?
00:49:44: Ein Tipp den Du hast, wie man sich im Straßenverkehr so'n bisschen nullen kann, so'N bisschen wieder sein Sennen würde das vielleicht zu spirituell angehauchte Personen nennen, ähm...wiederfinden kann.
00:49:56: Ja Also das Konzept gerade des Fahrer-Ärgers, es gibt's seit neunzig sechs und neunzehntig.
00:50:03: Und seitdem ist es eine ganz eigenständige größere Literatur geworden.
00:50:07: Interessant ist dass wir Ärger egal aus welchen Ursprungsmotivationen nicht kommen.
00:50:13: also schlechter Termin oder Termindruck.
00:50:16: Das verstärkt das.
00:50:18: aber wenn wir die Trigger uns anschauen für Ärger sieht ihr eigentlich fast immer gleich und auf Top Eins egal ob Auto Motorrad oder Fahrer ist immer die Interaktion mit anderen Leuten top zweis meistens die Infrastruktur.
00:50:28: Also wenn die Baustelle wieder da ist, die nervt oder irgendwas sich verändert hat und ich komme nicht weiter.
00:50:34: Das heißt was daraus schon deutlich wird aus diesen gut dreißig Jahren Forschung jetzt... ...ist dass man sich, wenn man das bewusst macht... Okay, ich verstehe, ich ärger mich gerade.
00:50:47: Es liegt halt auch an meiner Wahrnehmung der Situation aber vielleicht auch aus dem... Woher ich vielleicht schon komme, da war ich vielleicht gerade ärgerlich.
00:50:56: Ich kann das hier nicht ändern, was grade eben so schön selber schon gesagt haben.
00:51:00: Akzeptanz ist eines, was hilft, dass man sagt, ich kann es grad nicht.
00:51:04: Ich kannst dich ändern!
00:51:04: Ich kann hier noch so doll hupen und aufdrehen.
00:51:07: Ich komm hier nicht weg, dann macht's auch keinen Sinn weiter auszuflippen.
00:51:11: Das ist völlig irrational.
00:51:14: Der zweite ist neben der Akzeptant, dass wir sagen naja... ...der Verkehr läuft im Wesentlichsten besser und das wissen wir aus der Stauforschung Wenn nicht jeder seinen individuellen Vorteil sucht, sondern alle versuchen das Gesamtding am Laufen zu halten.
00:51:27: Das heißt wenn man so ein Stau fährt bis in der Staufforschung ist super eigentlich werden alle bisschen länger Abstände halten und keiner versucht wirklich bis zum Stillstand abzubremsen weil des Stillstand abbremsen macht eine Stauwelle nach hinten.
00:51:39: das heißt er stauf wird nach hinten immer schlimmer.
00:51:42: und das heißt auch selber wenn man sagt ich will beitragen dazu damit es ein bisschen besser läuft ist eben zu sagen, ich akzeptiere das jetzt und versuche mich gut zu verhalten.
00:51:50: Also in die andere Richtung zu gehen und produktiv mit der Situation umzugeben indem man eben aktiv größere Abstände lässt wenn es um Stau geht oder eben nicht noch versucht schnell nochmal vorbeizuschnicken oder jemand anderen nochmal ausbremst vielleicht.
00:52:03: also da kann man auch schon tun was einem ein bisschen besseres Gefühl dann gibt weil es gibt eine Grundmotivation von Menschen dass sie per se eigentlich gut sein wollen und das kann doch dieses prosoziale Verhalten sein haben wir übrigens in Studien ausschließlich für eine deutsche Zielgruppe bisher gefunden.
00:52:18: Wir haben im Studienjahr überall auf der Welt gemacht, von den USA bis China und Japan Und nur die Deutschen haben beim Umgang mit Autofahrer-Ärger also es war ins Auto nicht das Motorrad Eine produktiven umgang mit diesem Ärger gezeigt.
00:52:33: so produktive Strategien zu lang.
00:52:35: ich weiß ich ärgere mich gerade total aber eigentlich macht's keinen Sinn.
00:52:38: Ich versuche jetzt mal einer der guten oder eine der guten.
00:52:41: Also dass ist ja sehr sehr spannend.
00:52:42: und dieses gut Gefühl Das ist auch oftmals eine Impulshandlung, also ich versuche mit einer Impulshandlung für mich ein gutes Gefühl zu generieren.
00:52:51: Den Druck ein bisschen abzubauen und das ist eben das Fluchen ne?
00:52:55: Fahr doch du Kack-Pratze oder intensives Hupen oder eben der gerekte Mittelfinger.
00:53:01: Das sind ja quasi aus meiner Perspektive irgendwie Mittel den Weg zu kanalisieren sehe ich es richtig.
00:53:09: und weil das ja sowas ist was so schnell geht und der Gedanke Okay, ich versuche jetzt runterzuschalten.
00:53:17: Einen Gedanken mehr Bedarf als diese Impulshaltung.
00:53:21: Jetzt mal noch mal vielleicht als praktischen Tipp was kann ich tun?
00:53:26: Was kann ich mir vielleicht auch vor Fahrtantritt sagen wenn es irgendwie hart auf hart kommt mach doch mal das und dass!
00:53:34: Mach nicht Fenster runter und schrei du Wichser.
00:53:38: Also Du hast zwei Punkte angesprochen.
00:53:41: die können wir sehr gut aufgreifen.
00:53:42: Das eine ist natürlich bevor ich aufs Bike steig Soll ich gucken, also wie geht's mir?
00:53:46: Gehts mir gut.
00:53:47: Geht es mir nicht gut durchatmen?
00:53:50: Drei Schritte gehen!
00:53:51: Also ganz einfach gibt so eine Übung.
00:53:53: aus der Psychotherapie ist vielleicht ein bisschen weit gegriffen aber die heißen drei Minuten Atemraum.
00:53:58: Lässt man einfach versucht drei Minuten einzuatmen und den Atem zu spüren als wir durch Mund und oder Nase auch fließt dass man sich ganz auf diese Mikro Gefühle, diese Empfindungen konzentriert und damit verliert man dann schon mal diesen Einbindung in den Kontext.
00:54:16: Das heißt, wenn ich super angenefft bin, kann ich mich damit erst einmal runterbringen und zu mir wiederfinden bevor ich losfahre.
00:54:24: Das kann man machen.
00:54:25: wie gesagt drei Minuten Atemrauber muss es gar nicht drei Minuten machen, wenn man's ein bisschen geübt hat da geht das eigentlich relativ schnell.
00:54:31: Und wenn man im Fahrzeug ist und durch die Situation entweder die Infrastruktur oder die anderen Mitfahrenden im Verkehr genervt ist, dann braucht es ein bisschen Übungen auf diese Meta-Ebene zu kommen.
00:54:43: Also Metaebene ist quasi eine Kognition, ein Gedankenwelt darüber wie ich mich gerade verhalte und nämlich zuständig grad bin.
00:54:51: Das ist etwas, das fehlt Leuten auch.
00:54:53: Die anfällig sind für diesen Dunning-Kruger Effekt.
00:54:56: den fehlt die Möglichkeiten bei sich selbst zu reflektieren.
00:54:59: Das ist bei denen nicht so gut ausgeprägt.
00:55:02: So
00:55:02: d.h.,
00:55:02: wenn ich was üben möchte für umgang mit stressigen Situationen, ist es durchaus zu versuchen in stressigen situationen mich aktiv aus also auf eine andere Ebene zu bringen und zu überlegen Wo bin ich gerade?
00:55:17: Wie geht's mir grade willig eigentlich, dass es mir so geht und spätestens wenn ich auf dahin gekommen bin.
00:55:20: Ich schon auf der Metaebene Und dann kann ich mich auch runterkühlen wieder mit dem Atemraum oder mit dem Erinnern daran Dass man mit einer Situation auch anders umgehen kann.
00:55:29: Man hat immer verschiedenste Verhaltensalternativen und da kann ich mehr im Prinzip mehr oder weniger eine aussuchen Hängt ihm davon ab.
00:55:36: aber ob ich auf diese übergeordnet die bekommen in der ich mir wie den Spiegel vorhalte und mich selber gerade beobachte Das übrigens auch gut, also beim Motorrad in dem Rückspiegel schauen und sich mal vielleicht das eigene Wut verzerrte Gesicht angucken.
00:55:53: Das kann durchaus auch dazu führen dass man denkt okay... ...das jetzt echt ein bisschen übertrieben weil da vorne kommt halt einfach einer von Ampel nicht weg.
00:56:00: Das können so einen Spiegel sein was denn ins Wort ist?
00:56:04: Also ich glaube und dann schließen wir das Thema so ein bisschen ab ist, was du angesprochen hast genau diese Selbstreflektion die einem da immer gut tut.
00:56:11: Ich muss nur sagen ich hatte mal auch einen Erlebnis, ich war einfach in Gedanken und habe einen Jogger übersehen.
00:56:16: Hätte ihn fast umgefahren so.
00:56:19: Das war in der Stadt läuft an mir vorbei, ich machs Fenster runter und seine Attribution war halt direkt.
00:56:24: jetzt pöbelt er mich an und kommt voll aggro auf mich zu und ich einfach nur so hey sorry!
00:56:29: Ich hab dich voll übersehen, war mein Fehler tut mir total leid Und er konnte mit der Situation überhaupt nicht umgehen, weil er nicht damit gerechnet hat dass jetzt jemand kommt der sich dafür in Schuld liegt sondern gedacht hat ja Straßenverkehr mäßig ich pöbeln jetzt an was läufst du da lang die Idiot so.
00:56:43: und das hat mich dann aber auch und ich versuch mir das immer wieder bewusst zu machen.
00:56:47: Ich meine ich kenne auch die Situation wo ich mich ultra drüber aufrege Aber ein bisschen daran erinnert dass man auch immer mal überlegen muss niemand macht er als vorsätzlich auch einen Fehler.
00:56:55: wenn jemand an der Anpel abwirkt Dann macht er das sicherlich nicht, weil er sich gedacht hat.
00:56:59: Geil!
00:56:59: Grün erstmal abwürgen.
00:57:01: Sondern weil er vielleicht auch gerade im Stress ist in Gedanken und so weiter und hinter jedem Steuer, hinter jeder Windschutzscheibe sitzt ja meistens irgendein Schicksal grad irgendeinen Thema dass da dran steht.
00:57:11: Vielleicht tut uns da eine gewisse Gelassenheit gut und auch das Verständnis für andere Leute.
00:57:16: Jetzt aber zurück zum Motorradfahren und du hast vorhin auch schon angebrachtes Thema Sicherheit.
00:57:20: Wir haben jetzt viel über Selbstüberschätzung besprochen.
00:57:23: Ich würde gerne mal in einen anderen Bereich gehen, der psychologisch vielleicht auch relevant ist.
00:57:27: Also so eine gewisse Unterschätzung vielleicht auch.
00:57:30: also wir erleben ja immer wieder dass manche fahrende wirklich Angst haben beispielsweise vor Schräglage.
00:57:35: die fahren vielleicht gerade mal mit so zehn prozent oder wie auch immer und denken hi ja ja ja Jai Also tiefer kann ich jetzt nicht gehen das wird ja super gefährlich.
00:57:43: dabei ist es motorer technisch noch meilenweit vom limit eigentlich entfernt.
00:57:48: Wieso passiert das?
00:57:49: Und ich denke mir dann Da sind doch die leutschen total angespannt.
00:57:54: das ist ja auch ein riesen sicherheitsfaktor der aber einfach nur im kopf sitzt.
00:57:56: also wir reden gar nicht davon, dass es motorrad gerade in einem grenzbereich ist dass wir viel zu schnell sind oder irgendwie der Straße rutschig ist.
00:58:05: Sondern das jetzt einfach nur zwischen den ohren des problem an der stelle.
00:58:08: wie beurteilst du das als verkehrspsychologe und hast du da irgendwie auch tips und wie sollte man damit umgehen?
00:58:15: Ja Also, es ist eine gute Frage.
00:58:17: Es ist für manche Leute schon etwas was sich über die Zeit entwickelt übrigens auch über das Alter also mit dem älter werden.
00:58:25: Das haben wir ja vorhin schon ein bisschen angesprochen.
00:58:28: Ändert sich auch so ein bisschen die Wahrnehmung der Situation und auch dass man wird demütiger was man sich zutraut.
00:58:34: Und diese Bedenken würde ich mal sagen sie können in Angst sich ausweiten.
00:58:40: Angst ist schon klassische Emotionen, negative, die dann an den Anfang und Ende einen Bezug hat zu einem bestimmten Verhalten.
00:58:47: Und da aber auch ein sehr starkes Erleben- und Verhalten prägt.
00:58:50: Das heißt wir haben physiologisch Reaktion des Herzschlicks schneller, die Gedankenkreisen.
00:58:54: Und das sind Dinge, die wir in der Emotionspsychologie sehr gut doch schon bearbeiten können.
00:58:58: Das ist an alle, die an der Stelle sind wo sie merken immer wenn ich das Motorrad zuschräg lege oder wenn noch ein bisschen Wind kommt oder die Straße leicht nass wird weil es dann doch mal regnet und ich bekomme Angst.
00:59:09: also im Sinne von wirklich Gedanken, die sich auf eine Sache, auf ein Sachverhalten fokussieren und dann noch die ganze physiologische Reaktion dieses Herz pochen usw.
00:59:19: Dann sollte man damit was tun.
00:59:21: also das ist nicht okay.
00:59:24: Angst ist da kein guter Begleiter!
00:59:26: Angst ist prinzipiell funktional weil es schützt den Körper vor übermüdigen Verhalten.
00:59:32: Die Abwesenheit von Angst ist nichts, was wir uns wünschen sollten beispielsweise.
00:59:36: Aber Angst sollte nicht zu stark werden, weil sie dann eben lebt und gefährlich wird.
00:59:40: Das haben wir uns ein bisschen einsortiert, Bedenken dagegen.
00:59:44: Man denkt oh ich sollte da ein bisschen gucken oder ich sehe es ist der Herbst steht jetzt auch vor der Tür und wieder Blätter auf die Straße regen Nebelmorgens und abends.
00:59:52: das ist etwas kennen wir alle dass herausfordernd sein kann.
00:59:56: Das sind dann Bedenkten die man hat und diese sind eher funktional die sind gut die muss man noch nicht weggürchen.
01:00:00: So, wenn man dann sowas hat wie die sogenannte Windphobie oder Kurvenangst.
01:00:05: Dann wirklich mit physiologischen Merkmalen und eben dem zu starken Fokus der Gedanken auf das eigene Verhalten und dann auf Wegdriften von dem was sonst so wichtig ist... ...dann sollte man wirklich überlegen ob man Entspannungstechnik nutzt.
01:00:18: Das ist eine Sache kann man selber machen also durchaus sowas wie eine Immaginanzionstechnique dass man sich in einem ruhigen Setting Also ich sitze zum Beispiel auf dem Bike, auf dem Hauptständer und versuche mir das mit geschlossenen Augen mal vorzustellen wie so die Situation sind von denen ich Angst habe.
01:00:33: Wenn es eine echte Angst ist sollten die Symptome dann auch auftreten d.h.
01:00:36: der Hüterpuls, schwitzige Finger, Gedankenkreisen ringsum dieses Verhalten.
01:00:42: Dann kann man anfangen sich sozusagen ein Stück weit damit auseinanderzusetzen in einer ruhigen Situation.
01:00:46: Das heißt dass immer wieder einmal hervorheben, dass es da zu kommen kann und gucken ob man's hinbekommt mithilfe von z.B.
01:00:53: sowas in der Atemtechnik den Puls im Griff zu kriegen ruhiger zu werden.
01:00:58: Mit Hilfe der Gedanken, wie lange fahre ich eigentlich schon?
01:01:00: Kann ich solche Sachen gut beherrschen?
01:01:03: Kann nicht schon selber auch was tun das ganze sozusagen über die Zeit mit wiederholten Expositionen oder Konfrontation erst mal mit dem Gedankenexperiment dann auch umzugehen und dann könnte man auch wieder die Fahrt auf die Straße wagen und gucken, wie ist es denn jetzt in der Situation?
01:01:19: sich daran verinnern dass wenn man sich runterkühlt, dass dann das auch an Angst verliert die Situation.
01:01:26: Also man kann das jetzt sagen üben Wenn das nicht reicht diese eigenständigen Tätigkeiten Dann sollte man professionelle Hilfe suchen.
01:01:36: da hilft ganz klar bikercoaching noch mal in Anspruch nehmen aber eben auch Entspannungstechniken durchaus bei dem coach muss gar nicht häufig sein einfach dass man das ein bisschen übt von Zeit zu Zeit und dann auch in der Situation eigentlich wieder überwältigt.
01:01:52: Aber professionelle Begleitung wäre auf jeden Fall gut, wenn man es selbst mithilfe von Entspannungstechniken und erst einer Geist sieht und später auch eine Situation also Konfrontation in der Situation nicht im Griff kriegt, dann sollte man sich an jemanden wenden, der sich damit auskennt.
01:02:05: Ich meine das ist kein Problem an dieser Stelle sondern eher eine Kompetenz.
01:02:10: Also wenn man sich traut zu sagen ich glaube Hätte mich mal mit jemandem auseinandersetzen, der dann mit solchen Blockaden im Kopf gut umgehen kann.
01:02:19: Dann ist das eher was sehr, sehr gutes und das verlängert dem Zweifel des Leben unheimlich selbst.
01:02:25: also es macht sehr viel Sinn.
01:02:28: Da muss ich an der Stelle aber mal ganz ketzerisch fragen aus psychologischer Sicht du hast ja quasi alle Facetten mehr damit im Kopf.
01:02:35: Du hast die verschiedenen Persönlichkeitstypen beschrieben das gibt du hast jetzt gerade Eigentlich für mich eine Stresssituation beschrieben.
01:02:42: Also wir hatten quasi diese Art und Technik, die man im Stau erleben wenn externe Faktoren uns extrem triggern und Stresslevel in die Höhe treiben.
01:02:50: genau das hast du jetzt quasi beschrieben Wenn es um's normale Motorrad fahren geht.
01:02:54: Und jetzt die ketzlische Frage Gibt es Leute bei denen und sagen wird es sie sollten einfach lieber nicht Motorradfahren?
01:03:00: weil?
01:03:01: also ich frage mich dann in dem Moment wenn Ich habe jetzt ja auch Bilder im Kopf also man ist mit Straßenverkehr unterwegs und ich sehe jemanden Die Person sitzt in einer ganz normalen Situation völlig verkrampft auf dem Motorrad.
01:03:14: Und ich frage mich dann, warum tue ich mir das überhaupt an?
01:03:17: Also ist es überhaupt sinnvoll, dass zu tun ist... Es kann natürlich sinnvoll sein!
01:03:23: Das ist jetzt die Frage.
01:03:25: Sich damit auseinandersetzen eben diesen professionellen Weg zu gehen.
01:03:29: wenn etwas von Beginn an mich doch augenscheinlich so belastet ohne dass es jetzt eine außergewöhnliche Situation dafür bedarf Wie ordnest du das ein?
01:03:40: Ja, es kann gut sein dass Ängste beispielsweise nicht von Anfang an da sind.
01:03:45: Wir haben ja schon gesagt diese Angstfreiheit ist ein Kriterium oder verringerte Sensibilität für solche gefährlichsten Situationen hatten wir schon.
01:03:53: beim Daniel Krueger-Fact hat man bisschen anders alter gebunden.
01:03:57: wenn wir älter werden dann sind wir uns der eigenen zum Beispiel Fehlbarkeit aber auch der eigenen Verletzbarkeit durchaus bewusst.
01:04:05: Also man sieht es auch, der Anteil der Biker nimmt im höheren Alter also ab sixty-fünf.
01:04:10: Ich hoffe ich tritt jetzt kein Moffs auf das Reverb mit höheres Alter und sixty fünf aber dann nimmt der Anteil der biker halt deutlich zu Aber die Leistungsfähigkeit der Menschen den zum Beispiel deutlich ab.
01:04:22: Und das kann dazu führen dass sich eigentlich eine Aktivität die wir über sehr viele Jahre gemacht haben bis Motorrad fahren dann plötzlich ändert in der Bewertung, dass sie plötzlich sagen es gibt doch Dinge vor denen ich eher Angst habe.
01:04:36: Also zum Beispiel Angst vor Stützen oder eben Angst vor Wind und anderen Einflüssen.
01:04:41: Es gibt sicherlich einen Punkt an dem man sagen sollte wenn die Angst der permanente Begleiter ist weil er ist wenn sie wirklich eine ausgeprägte Angst ist also mitmerkmalen des Körpers zu starker Fokussierung auf bestimmte Situationen, vor denen ich Angst habe.
01:04:57: Also auch kognitiv und mit Aufmerksamkeit.
01:04:59: Dann sollte man denke ich was tun.
01:05:00: wenn sich das nicht lösen lässt steht sicherlich im Raum ob das dann noch die richtige Fortbewegung ist weil auch Dinge sich halt ändern und früher oder später ist auch mit dem schönsten Hobby mal Schluss.
01:05:12: wir kennen es aus der Diskussion vom Autofahren dass auch da immer wieder angeregt wird ältere sozusagen zu motivieren sich freiwillig auch mal in der Untersuchung zuzuführen, um zu gucken ob man überhaupt noch tauglich ist.
01:05:27: Weil das will man nicht so gerne hören aber ich bin jetzt schon vierzig.
01:05:34: ab vierzig lässt die Sehkraft nach.
01:05:37: Ab vierzig gibt es deutliche Einschränkungen auf einer Reaktionsfähigkeit, dass man sagt sich braucht länger, bis sie reagieren kann.
01:05:44: Das heißt die Angst, die vielleicht auch mit zunehmendem Alter oder bedenken muss nicht ganz im Auf des Angstgeber zu schieben Die vielleicht mit höherem Alter hinzukommen, die sind schon durchaus auch berechtigt.
01:05:55: Weil unser Körper einfach relativ stark abbaut in der Physiologie und das schon mit einem Alter wo man noch nicht so dran denkt.
01:06:02: Also mit Ende dreißig anfühlt sich... Sind zu den ersten Einschränkungen was visuelles Verhalten also visuelle Wahrnehmung eingeht?
01:06:08: Schon da ist es auch nachweisbar!
01:06:10: Und das wird halt deutlich mehr bisschen zu kognitiven Einschränkungen und Leistungseinschränkung.
01:06:15: in Sache Reaktionszeit, wenn man dann sich mit U-Sächsigjährigen aus einer Sitz oder auch Gedächtnis.
01:06:20: Gedächnis lässt das auch nach, dass man die Rote vergisst vielleicht auf seinem Navi rumtippt ganz hektisch während des Fahrenes.
01:06:26: Und davor sollte man im Übrigen Angst haben ja aber das haben viele Leute nicht.
01:06:31: Das sei etwas was wir gerne übersehen, dass wir mit dem Navi oder auch der ganzen Interaktionsmöglichkeit über heute haben denn eher gefährlich sind.
01:06:39: so.
01:06:39: das heißt Ja es ist kommt irgendwann der Zustand, da muss man sich von seinem Gefährt verabschieden und vom Hobby.
01:06:45: Und die Frage ist halt wann ist das?
01:06:47: Das sind individuelle Entscheidungen.
01:06:48: Da sollte man nicht am Alter fest machen.
01:06:51: Aber permanente Angst beim Fahren... ...ist mit Sicherheit ein Hinweis, dass da was... ...veränder werden sollte an der Situation weil... ...permanente wirkliche Angst ist kein guter Begleiter.
01:07:02: Das macht einfach, führt auch Situationen herbei,... ...die dann kritisch wären.
01:07:06: Das heißt eine selbst erfüllende Prophezeiung nennt sich das Wenn ich immer Angst habe vor dir Kurve, die zu eng wird und vor dem Situationen nicht bewältigen kann.
01:07:16: Da kam ich diese Angst dann wirklich auch blockierend in der Situation so dass sich dann genau das erlebe bevor ich eigentlich Angst hatte.
01:07:23: Das heißt Angst ist da nicht gut.
01:07:26: Die Gründe für
01:07:28: Ängste sind ja sicherlich ganz vielschichtig.
01:07:30: es kann was passiert sein Es muss aber nicht unbedingt etwas passiert sein.
01:07:34: Früher oder später ist es aber in den meisten Fällen ja so dass man doch mal irgendwas auf dem Motorrad erlebt Und wenn's einfach nur ein Ausrutscher ist wie auch immer Ob daraus eine Angst resultiert, wie gesagt nicht vorprogrammiert.
01:07:44: aber ich würde da gerne mal reingehen.
01:07:46: Wir erleben ja auch oft genug Leute hatten einen schweren Unfall liegen noch quasi im Krankenhaus und recherchieren aber schon direkt wie sie das Motorrad schnellstmöglich repariert bekommen um dann wieder auf die Straße zu gehen.
01:07:56: Oftmal sagt man ja auch hey das ist auch das Beste was du machen kannst schnellst möglich wieder auf den Bock steigen bevor da irgendwas passiert jetzt aus dass es so zumindest die Line Medizin die ich da irgendwie kenne mal aus deiner Perspektive wenn man jetzt tatsächlich mal ein Crash, Vorfall oder wie auch immer hatte.
01:08:12: Gibt es für dich so eine Masterchablone, die man vielleicht abspulen sollte um aus psychologischer Sicht wieder fertig zu sein?
01:08:19: Also klar ist.
01:08:20: natürlich mit einem Bein im Gips sollte man nicht am nächsten Tag wieder draufsteigen selbst wenn er Bock hat.
01:08:26: aber so wie blickst du da drauf?
01:08:28: Wenn man dann wieder körperlich fit ist gibt es so einen gewissen Empfehlung von dir wie man dann an das Hobby herantritt.
01:08:37: Es wird ganz gern immer nach dieser Kategorien Schablonen und so weiter gesucht.
01:08:41: Ich verstehe auch, dass man danach fragt.
01:08:43: die klassische Antwort an den Psychologen ist immer kommt auf wann?
01:08:47: Auf jede Frage ist eigentlich die beste Antwort kommt auf Situation und Person an.
01:08:51: Wie gesagt wir haben schon darüber gesprochen wenn der Sturz beispielsweise dazu führt oder das Erleben was man hatte Das führt dazu, dass man ein bisschen mehr Bedenken hat.
01:09:03: Ist das an sich erst mal nicht verkehrt?
01:09:05: Weil es zu vorsichtigen fahren und wir entweder herantasten an die aktuelle Leistungsfähigkeit auch mit sich bringt.
01:09:12: Und das ist etwas... Da hatten wir auch schon ein bisschen früher im Gespräch, dass wir sagen Es wäre gut auf die Metaebene zu wechseln.
01:09:19: Also ich denke mal darüber nach wie's mir eigentlich wirklich geht Damit man nicht einfach versucht unreflektiert da weiterzumachen, wo man aufgehört hat.
01:09:28: Also die Idee ist immer... also das könnte ich empfehlen erstmal dass man versucht sich selber zu beobachten.
01:09:33: wie geht es mir wenn ich mich dem Ding näher?
01:09:35: Wie geht's mehr wenn ich jetzt wieder aufsteig?
01:09:37: Ist alles in Ordnung?
01:09:38: bin ich aufgeregt zum Beispiel und wenn ja wenn man das feststellt von sich selbst wenn man die Möglichkeit hat darüber nachzudenken sich selberzuwarten dass man dann nochmal überlegt, okay wie gehe ich jetzt damit um?
01:09:48: Selbst wenn man einfach ein bisschen langsamer macht ist im Alltag glaube ich das was man gerne sagt.
01:09:53: Ich würde sagen Reflektionsfähigkeit.
01:09:55: also gucken wie geht es mir wie geh ich jetzt da mit um?
01:09:57: und es ist immer eine gute herangehensweise erstmal langsam anzufangen selbst wenn man denkt keine Sorge das macht mir alles nix weil es kann gut sein dass das Erlebte doch abgespeichert ist.
01:10:10: gerade Emotional belastende Erlebnisse finden eine sehr gute Abprägung in dem Langzeitgedächtnis, auch wenn wir uns dessen nicht bewusst sind und können in vergleichbaren Situationen die bestimmte Trigger haben.
01:10:25: Zum Beispiel mit einem Auto wie vor Ort genommen und das war gelb.
01:10:27: Und ich sehe, kommt jetzt in die Situation, dann kommt wieder ein Auto von rechts und es ist wieder gelb!
01:10:31: Dann kann genau so ein Erlebnis wieder getriggert werden durch den Hinweisreiz... ...und er wird das abgerufen und führt in der Situation vielleicht wieder zu einem falschen Verhalten oder zu einem was nicht situationsangemessen ist.
01:10:42: Zu wenig bremsen oder zu starkes Bremsen oder einfach Lenkrad verreißen.
01:10:46: Das heißt selbst wenn wir das Gefühl haben Ich merke aktuell nichts mir geht's wieder gut.
01:10:51: Das sollte man trotzdem vorsichtig bleiben für eine Weile, weil eben die Psychologie zeigt, dass manche Erinnerungen nur in Situationen rauskommen, indem wir es eigentlich gar nicht mehr gebrauchen können.
01:11:02: Und dann beeinflussen sie unser Verhalten.
01:11:04: und das kann reichen wenn wir eine Kunde Verzögerung haben in der Reaktion oder zwei.
01:11:09: Wir alle wissen wie schnell wir sind und wie weit wir kommen in der Zeit.
01:11:12: Deswegen vorsichtig machen Randhasten und dem Zweifel auch wenn man denkt man braucht's nicht.
01:11:18: Training machen nochmal!
01:11:20: Jetzt gibt es durchaus Trainings, die sind darauf fokussiert.
01:11:22: Entschuldigung!
01:11:23: Ja kein
01:11:23: Problem, kein Problem.
01:11:24: Das ist eine
01:11:24: Berufskrankheit.
01:11:25: Nee, nee unbedingt.
01:11:27: Ich meine deswegen stellen wir auch diese vielen Fragen und wir wollen ja... Also das interessiert natürlich einerseits uns und andererseits machen wir das ja auch für die Zuhörenden und je umfangreicher und detaillierter es ist, umso besser ist es natürlich.
01:11:38: ich habe aber zu dem Punkt noch quasi ne vorangehende Frage.
01:11:41: vielleicht kann man fast sagen Warum machen wir denn das überhaupt?
01:11:45: Also nach dem Unfall wieder draufsteigen und zwar so gedankenlos, ne.
01:11:49: Es gibt jetzt dieses schöne Sprichwort gebranntes Kind scheut das Feuer.
01:11:53: wenn ich als Kind mal auf die Herdplatte gegriffen habe dann weiß ich okay das mach' ich nicht mehr weil es tut weh ist es unangenehm.
01:12:00: Ich möchte jetzt gar nicht aussehen wie viele Knochen ich mir beim Motorradfahren schon gebrochen hab Und Jan hat ja diese Situation beschrieben.
01:12:06: ich liege vielleicht im Krankenhaus und beschäftige mich schon wieder damit da einzusteigen.
01:12:11: Was läuft falsch?
01:12:12: Also ist das eine so gut, dass man das andere so sehr in Kauf nimmt.
01:12:18: Setzt die Erfahrung zu spät ein also weil man erst im Kinderalter heraus ist wenn du es dann einsetzt.
01:12:23: Ist das der Grund warum agiert man so dumm?
01:12:27: sage ich jetzt mal
01:12:28: Ja wenn man versucht das Leben sozusagen als Risiko Abwägung zu betrachten und das gibt es sehr wohl, da gibt es auch eine große Forschung dazu.
01:12:39: Da hätte ich noch ein paar Beispiele die möglicherweise interessant sein können.
01:12:42: zum Thema wie groß ist eigentlich das Risiko im Motorrad zu fahren in Vergleich zu anderen Risiken, die man so im Leben eingeht?
01:12:48: Oh ja!
01:12:49: Da können wir gerne nochmal übersprechen, da gibts nämlich in der Forschung einige Befunde dazu.
01:12:54: Dann muss man mal schon ein bisschen schmunzel.
01:12:56: Also wenn man dann betrachtet warum setzt man uns eigentlich wieder drauf, obwohl das ja nun objektiv doch durchaus gefährliches Verhalten ist Dann ist es sehr, dass wir für ihn schon besprochen haben.
01:13:04: Zum einen, wir brauchen also Menschen haben durchaus das Bedürfnis.
01:13:08: ich glaube soweit kann man gehen in der Verallemeinerung A eben etwas Positives zu suchen, also positives erleben zu suchen und negatives erleben Zu vermeiden.
01:13:18: Das ist eine ganz grundlegende Motivation.
01:13:20: Das wissen wir für Verhalten generell, das wissen wir aus der Lernpsychologie Schon eigentlich.
01:13:25: seit den neunzendzwanziger Jahren gibt es dieses Prinzip.
01:13:27: Also positive suchen, negatives vermeiden ist glaube ich erst mal ganz einfach.
01:13:32: wenn wir dann ein bisschen weiter reingehen was zum Motorrad fahren jetzt speziell gehört und sagt man naja mein positive suchen haben wir sowas wie das Floralinen, positive Gefühle haben wir schon besprochen.
01:13:43: Wir haben aber auch einen Affiliationsmotiv also ein Zugehörigkeitsmotiv.
01:13:47: Wir möchten gerne Teil einer sozialen Gruppe sein.
01:13:50: Du würdest sicherlich den eine oder anderen geben der sagt Mir egal, ich mag die anderen Menschen eh nicht.
01:13:55: Ich brauche nirgendwo dazugehören aber trotzdem gerne Motorrad.
01:13:58: Naja selbst dann ist er Teil einer Gruppe nämlich der Gruppe die sagt mir sind alle anderen egal.
01:14:04: also Menschen sind soziale Wesen und diese Gruppen zu Gehörigkeit zu verschiedenen Gruppen prägt auch unser Verhalten sehr stark Auch wenn man es selber ablehnt für sich selbst, man ist immer Teil von sozialen Gruppen.
01:14:17: Ob man das so möchte oder nicht und bei Motorradfahren gibt's eben diese Möglichkeit, diese Gruppendynamik auch zum Teil seines Selbstbildes zu machen.
01:14:24: also in der Detail Und ich meine wir brauchen solche Selbstwertquellen sagt man Also Säulen auf deren Wir uns gut fühlen und auch als Mensch definieren also wer wir sind und eine dieser Säule kann mehr oder weniger stark ausgeprägt sein die Identität als Motorradfahrer.
01:14:43: Also wenn man mich jetzt fragen würde, ich habe dafür gesagt bei ein letztes Motorrad, also aktuell war es verkauft, ich hab grad keins... Ich würde mich auch trotzdem als Motoradfahrer bezeichnen und wenn im Fula aller an mir vorbeistehen dann kribbelt's trotzdem in den Fingern und ich hätte wieder Lust zu fahren.
01:14:56: Das ist schon da!
01:14:57: Also das kann ich auch gut nachvollziehen warum das so ist.
01:15:00: Also Identität, Gruppendynamik, ich möchte wieder dazugehören.
01:15:03: Vielleicht war ich ja auch in einer sozialen Gruppe vielleicht sind die besten Freunde weiter Motorrad Fahrer oder die Freundin?
01:15:09: Da möchte ich da auch wieder mit dabei sein und nicht sagen, ne sorry.
01:15:13: Ich komme jetzt mit dem Auto hinterher oder ich mache den Gepäcktransport für alle die mit dem Motorrad über die Alpen fahren ja und ist jetzt hinten im Bus und tragt die Taschen.
01:15:21: also das ist eher unattraktiv dann für so Leute wenn man sagt es ist ein große Zungehörigkeitsgefühl.
01:15:29: Aber da möchte ich mal einhaken, weil du hast auch ganz zu Beginn des Podcasts.
01:15:32: Habe ich mir extra eine Notiz gemacht und darüber gesprochen dass Motorradfahrende eher Personas sind die offene Verhaltensweisen an den Tag liegen.
01:15:39: das kann natürlich noch genau definiert werden aber Das kollidiert aus meiner Sicht eben so ein bisschen mit der identitätsbildenden Sache.
01:15:47: Weil vielleicht geht man mit einer offenen verhaltensweise da rein aber Ich erlebe halt schon häufig Dass es dann eben dieses sehr, ich glaube psychologisch gibt es das in-group und out-group Prinzip oder so.
01:15:57: Ich hatte mal ein halbes Semester so ein bisschen Psychologie während meiner Studiums.
01:16:01: bitte möchte da gar nicht mit ihr messen.
01:16:03: aber da habe ich das Erlebnis sobald die Leute in dieser Motorradgruppe drin sind gibt es dann erstmal schon eine starke Ablehnung oder sagen wir eher Abgrenzung gegenüber Leuten die vielleicht kein Motorrad fahren.
01:16:14: Aber auch innerhalb der Community erlebe ich leider relativ häufig dass es dann da dezidierte Gruppenbilder gibt und dann gibt's nur das eine.
01:16:22: Also sei es KS-Fahrer gegen Supersportfahrer, was ich aber auch ganz erschreckend finde... Ich hab im letzten Jahr irgendwo mal Videos gesehen von einem Korean CSD auf den Motorrädern wo ich mir einfach dachte okay, da sind Leute die haben einen anderen Lebensstil als ich fahren aber auch Motorrad super cool.
01:16:40: Die Kommentare darunter waren ganz anderer Meinungen von Homophobie.
01:16:43: Menschen verachten und Aussagen möchte jetzt hier gar nicht anfangen.
01:16:46: Das war wirklich wild Und ich frage mich, wie passt es dann zusammen mit der offenen Verhaltensweise und wieso gibt's dann innerhalb des eigentlichen Segmentes wir sind alles Motorradfahrer?
01:16:56: Die sich hier auch ständig grüßen usw.
01:16:58: Dann doch noch mal so eine krasse Abgrenzung die zu solchen Lagern führen.
01:17:03: Ja da gibts verschiedene Ansätze.
01:17:05: also die Idee dass man sagt man ist sehr offen meint ein Konzept aus der Persönlichkeitspsychologie.
01:17:14: Man ist eher extrovertiert, nicht introvertiert.
01:17:17: Introvertier sind eher Leute mit denen assoziiert man schon ein höheres internes Erregungsniveau, deswegen suchen die gar nicht erste Situationen in denen sie sich Ungewissheiten zum Beispiel aussetzen ganz stark.
01:17:29: Sie stellen sich nicht in eine Kreis bei einer Gruppe und halten Rede
01:17:32: z.B.,
01:17:32: oder erzählen was.
01:17:34: Extrovertierte Menschen sind da eher aufgeschlossen und das ist ein Faktor, der dazu führen kann dass wir uns überhaupt im Motorrad fahren zuwürtteln.
01:17:42: Weil vorhin war es ein bisschen die Frage, wie kommt ein Fünfzehnjähriger darauf zu sagen ich fahre jetzt Motorrad?
01:17:47: Und einen Punkt könnte sein das er eben extrovertiert ist.
01:17:49: soziale Medien Gruppenverhalten also Einfluss sozialen Norm von Leute mit denen ich mich messe oder wo ich mich mit vergleichen möchte oder die für mich Rollenvorbilder sind, sind andere Gründe warum Leute überhaupt zum Motorradfahren kommen.
01:18:06: Wenn wir jetzt dann sagen, sie sind Motorradfahrende.
01:18:10: Dann könnte man sagen, das sind ja relativ viele.
01:18:13: Also mehrere Zehntausende Leute in Deutschland fahren halt Motorrad.
01:18:16: Da denkt man aus der sozialpsychologischen Perspektive ist die Gruppe den Motorrad Fahrenden an sich dann möglicherweise
01:18:22: zu groß.
01:18:23: Das heißt, wir sind nicht alle eins.
01:18:24: Weil es ist zu groß wenn ich sage Ich will irgendwo dazugehören und fragen, wo denn genau?
01:18:30: Viele von uns fahren ja auch Auto vielleicht das SUV oder den Sportwagen jetzt nicht unbedingt als die Sportwagenfahrer, diejenigen wo man sagt da tu ich mich dazu.
01:18:39: Das bin ich.
01:18:40: Sondern ich bräuchte eine Gruppe, die mir noch ein bisschen näher liegt.
01:18:44: also es heißt je näher die Menschen mehr sind mit dem was ich selbst möchte fühle und will dass so einfacher ist es für mich aus zu mich auszudrücken.
01:18:53: Dazu zu gehören sie zu zu zu fühlen dass ich dazugehöre.
01:18:56: Also wenn ich selber jetzt wie ich Sporttourer gefahren bin mal Da würde ich sagen, die Leute mögen das gleiche.
01:19:04: Die mögen lange Touren und auch ein bisschen Gepäck mitnehmen oder eine schnelle Autobahntour.
01:19:10: Jetzt vielleicht andere auch sagen aber die Harley-Fahrer vielleicht jetzt nicht unbedingt oder diejenigen mit ihren Motorrädern gerne sehr schnell fahren.
01:19:17: Das heißt man hat dann schon das Bedürfnis die Gruppe etwas runterzubrechen und kleiner zu machen einfach weil es für mich persönlich als einzelner Mensch einfacher wird sich damit einzugliedern Und man weiß zum Beispiel, dass man dann auch ähnliche Einstellungen hat, ähnlichen Ansichten hat.
01:19:33: Ja und die andere Gruppe, die mag dann ein bisschen differieren, mag ein bisschen anders sein.
01:19:38: Die unschöne Seite daran ist, weil das ist vorteilhaft, weil es einfach einfacher ist in der Kommunikation.
01:19:44: Ich weiß, ich gehöre dazu, wir haben alle gleiche Einstellung.
01:19:46: Das unschöhne ist eben ein Verhalten, das man noch nicht toleriert sollte meiner Meinung nach den anderen Gruppen abzuwerten.
01:19:52: Das ist aber ein Mechanismus, der viel weniger mit der Zugehörigkeit zur eigene Gruppe zu tun, sondern viel mehr mit etwas was man mit den Selbstwert zu tun hat.
01:20:03: Also das heißt wie komme ich?
01:20:05: Wir haben mich schon über Selbstwertquellen gesprochen.
01:20:07: Eine kann sein Ich habe eine Identität und die ist eben Motorradfahrer oder zum Teil Motorrad Fahrer hab noch andere Identitäten und andere Gruppen in denen ich bin aber die ist eine und diese ist mittlerweile stark.
01:20:16: Wenn ich mich dann gut fühlen möchte wird mir schon gesagt Grundlegendes Motiv Verhandlungen ist nicht gut zu fühlen Und negative Ereignisse wegzudrücken oder kleiner zu machen.
01:20:27: wenn ich mich gut fühlen möchte gibt es dafür mehrere wege.
01:20:29: A zu sagen, ich bin ein Motorradfahrer das ist super.
01:20:32: Florianleben herbeizuführen ist auch toll.
01:20:34: aber auch Leute aus einer anderen Gruppe abzuwerten führt dazu dass ich mich nicht gut fühle die anderen schlecht machen fühlte zu les ich mich toll fühle und das ist etwas das kann man schon seit jeher beobachten.
01:20:45: das ist auch da und das kann dazu führen es auch unter Motorradfahren denn dann am ende Gruppen-Dynamik teilweise nicht positiv ist.
01:20:54: Und das finde ich persönlich nicht unterstützenswert.
01:20:57: und darüber sollte man noch aufklären, dass man sagt hey kann es sein, dass du die anderen nur abwertest einfach damit du dich selber besser fühlst dafür kann die andere Person ja eigentlich nichts.
01:21:06: Das kann man schon auch ansprechen würde aber vermuten, dass nicht in jeder Community dafür wiederum... ...das ist das was zu meinen Spielen Widerspruch hören.
01:21:14: große Offenheit besteht sich mal mit den eigenen Verhaltensweisen vielleicht auseinanderzusetzen
01:21:20: Voll!
01:21:20: Also finde ich einen super wichtigen Punkt, das auch nochmal zu reflektieren.
01:21:23: Ein super starker Einordnung von dir und muss man sich auch mal selbst an die eigene Nase fassen.
01:21:28: Ich bin der erste, der gerne mal so ein bisschen polarisierend mit einem Augenzwinkern sich beispielsweise über Chopperfahrer oder GS-Fahrende lustig macht.
01:21:35: Ich möchte hier an dieser Stelle noch einmal anmerken dass sich eigentlich alle, die einfach gerne dieses Hobby teilen und Freude und Spaß an der Sache haben, auch wenn es vielleicht in einer anderen Form ist als in der Form wie ich jetzt mache unterstütze und begrüße und gerne hier an unserem virtuellen Stammtisch begrüse.
01:21:49: Das Thema Identität möchte ich abschließen mit einem Punkt der mir dann auch ganz wichtig ist, weil egal in welcher Gruppe du unterwegs bist.
01:21:55: Du hast es ja gesagt Es tut was für einen.
01:21:57: man möchte sich damit auch mitteilen gegenüber anderen vielleicht auch so ein bisschen absondern und sein selbstbild darstellen.
01:22:02: gleichzeitig hast du vorhin gesagt hey Vielleicht kommt irgendwann der Punkt, wo man auch einfach zu alt wird.
01:22:06: Wo man sagt hey ich sehe nicht mehr so gut oder im Kopf ist eine Blockade wie auch immer.
01:22:12: Das ist dann natürlich leichter gesagt als getan wenn man vielleicht ein ganzes Leben darauf ausgerichtet hat.
01:22:17: es gibt durchaus viele Leute die haben ihre Arme voll tätowiert mit ihrem Motorrad oder sonst was alle schon gesehen.
01:22:24: die tragen im Alltag du hast es gesagt für jeder Gelegenheit so einen Motorrad und Die Person soll jetzt von sich aus sagen scheiße Ich kann's nicht mehr Ich hab da irgendwie Probleme.
01:22:35: Wie schaffen die das, davon abzukommen und trotzdem ihre Identität aufrechtzuhalten?
01:22:41: Weil ich mein... Auf die Frage musste ich natürlich gefasst machen.
01:22:43: wenn du dann irgendwie auf der Hochzeit bist und auf einmal hast du normales Hemd an oder es nicht mehr ist T-Shirt oder du hasst es an Und im Gespräch stellts ja noch raus Du fährst jetzt schon seit drei Jahren nicht mehr Ähm.. wie geht es einher dass man quasi diese Selbstreflektion und diesen Schritt macht und gleichzeitig seine Identität treu bleibt.
01:23:03: Ich sag mal, das Motorrad irgendwann in die Garage zu stellen oder gar zu verkaufen ist glaube ich eine der schwierigsten Dinge, die wenn man denn wirklich mit Herzblutmotorrad fährt.
01:23:14: Man macht keine Untermache muss.
01:23:16: Früher später der Zeitpunkt wird kommen also man wird selten bis zum letzten Tag Motorrad fahren.
01:23:21: Also das kann passieren gerade im Fall einen schlimmen Unfall jetzt den, wie ich hoffe natürlich dass ihn nicht jemand überhaupt erleben muss aber den trotzdem jedes Wochenende wieder Menschen auch erleben durchaus Sondern mit dem Motorrad.
01:23:34: Wie kann man das machen?
01:23:35: Wie kann so eine Transition bewerkstelligen, also die Aufgabe oder
01:23:40: bzw.,
01:23:41: die Veränderung dann des Verhaltens fällt schwer.
01:23:45: Sie in der Dität kann man aber trotzdem behalten.
01:23:47: Also man kann zumindest im gewissen Maß noch teilnehmen an der Community auch wenn man selber eben nicht mehr fährt.
01:23:55: Die Tattoos die angesprochen wurden, die T-Shirts Ich sag mal, Devotionalien.
01:24:01: Vielleicht das alte Bike auch behalten und gar nicht weggeben oder vielleicht nur unter bestimmten Bedingungen noch fahren also zum Beispiel durchaus auf einem Gelände mit ein Zaund rum und gar nichts mehr.
01:24:12: im aktiven Straßenverkehr ja oder bestimmte Ausfahrten für Leute den sehnlich geht wenn man denn doch zum Teil zumindestens fährt da sind schon Dinge die kann man auch so bei behalten.
01:24:23: Man kann sich weiterhin mit eurem Podcast umtreiben Die Gespräche suchen zu solchen Treffen gehen Vielleicht auch über den Schritt machen, über die Grenze des Stolzes und hinten aufsteigen und einfach mitfahren.
01:24:38: Wenn man jahrelang selbst gefahren ist, fällt es sicherlich nicht leicht zu sagen ich bin jetzt Mitfahrer oder Mitfahrerin wenn man natürlich weiß wie das ist vorne selbst zu sitzen und zu fahren.
01:24:48: Trotz gibt's ja auch jetzt schon Leute die hauptsächlich mitfahren und hinten drauf setzen.
01:24:51: also dass es schon möglich Und die würden auch sagen, sie sind Biker.
01:24:55: Weil Sie das Zugehörigkeit zu dieser Gruppe fühlen.
01:24:57: Man kann sich weiter informieren und mitreden... Also das geht schon!
01:25:00: Man kann dieses Hobby auch ohne dass man täglich seine gewissen Kilometer abspult, dann noch in einer gewissen Weise pflegen.
01:25:07: Es ist nicht das gleiche, darum brauchen wir glaube ich auch nicht diskutieren.
01:25:11: Aber man muss die Tät nicht vollständig aufgeben.
01:25:14: Das ist das.
01:25:14: Man hat meistens auch andere Möglichkeiten noch mobil zu sein wenn man sagt Ich fahr trotzdem nicht mehr Motorrad.
01:25:21: Ich hab übrigens auch im Bekampenkreis, gerade erst am Wochenende das Gespräch gehabt.
01:25:24: Dass jemand gesagt hat ich bin jedes Jahr größere Touren mitgefahren durch Deutschland und Frankreich bis nach Italien komme jetzt aber in ein Alter mit sechsundsechzig wo ich denke dass ist eher dann nichts mehr für mich zum Beispiel aus körperlichem.
01:25:38: Rinnen Würbelsäule, Bandscheibe wird schwierig Aber eben auch ein zwei erlebte Unfälle die dann auch auf zu spätere Reaktionfallteinschätzungen von Kofenzurg zu führen waren Alles glümpfliche ausgegangen, aber sind so Hinweise die das dann verdichten.
01:25:52: Das vielleicht die kürzeren Touren dann noch gehen aktuell.
01:25:57: So ringsum soziale Umfeld, fünfzig Kilometer oder Wohnumfeld viel mehr.
01:26:02: Fünfzig Kilometern ringsum Personumfeld.
01:26:03: Es geht alles noch hundert Kilometer vielleicht auch nochmal.
01:26:05: Aber dann ist es irgendwann gut.
01:26:06: und sicherlich wenn man jetzt weiter denkt wird in ein paar Jahren an der Stelle auch Vielleicht gesagt dass sich nicht mehr lohnt mit dem Motorrad fahren wenn man so selten fährt.
01:26:15: also dieses ausschleichen, wenn es körperlich möglich ist.
01:26:19: Ist da?
01:26:20: Man bleibt aber möglicherweise und das ist auch gut so im Herz weiter Motorradfahrer oder Motorradfahren.
01:26:25: Du hast jetzt mit dieser Übergangsbeschreibung für mich ein Thema getriggert dass wir in dieser Folge unbedingt noch ansprechen sollten und das mit Sicherheit in Anbetracht der Zeit die wir sich schon zusammensetzen mit Sicherheit auch zur Sätze wird und zwar ist es das Thema Fahrzeuge und Leistungen.
01:26:42: Das ist natürlich im Motorradbereich in ganz, ganz ausgeprägtes Element.
01:26:47: Vielleicht auch in der Alterskorotte von der du jetzt gerade gesprochen hast... ...in der Altergruppe die so ein bisschen älter sind?
01:26:52: Ah weil sie... Geldseitig potent genug sind, genug auf der hohen Kante haben um sich leistungsstarke und große und teure und attraktive Motorräder zu kaufen.
01:27:04: Zugleich aber vielleicht schon in dem Bereich, du hast es angesprochen ab vierzig lassen die Lestisierfähigkeit nach, vielleicht die kognitiven Fähigkeiten allgemein nicht mehr ganz so geschult, schon in den Bereichs die Leistung und die Performance, die so ein modernes Fahrzeug mit zuhundert Pässe unterüber und hundert-achtzig Kilo Gesamtgewicht gar nicht mehr erfassen können.
01:27:26: Das ist quasi das eine und das andere was damit dann hergeht.
01:27:29: ich kann es ja bei uns im deutschen Straßenverkehr ja eigentlich auch nicht ausfahren.
01:27:35: also ich kann natürlich auf die Autobahn gehen und mal drei Hundert fahren aber dass ist nicht das normale Motorrad fahren.
01:27:40: und wenn ich mir so einen Fahrzeug kaufe dann ist ja meistens der erste Gang schon so ausgelegt, dass er über hundert kmh geht.
01:27:46: Also daher die Fragen, die für mich damit hergehen.
01:27:50: Warum machen wir das?
01:27:52: Einstiegsfrage warum will ich das überhaupt zu wohl?
01:27:55: als junger findest du und tal attraktiv später als älter ältere immer noch wo nicht eigentlich reflektierter bin.
01:28:01: Und die zweite Frage wenn ich das gemacht habe wie komme ich ohne meinen ansehen zu verlieren davon wieder weg Dass ich sage, okay.
01:28:11: Ich erkenne an diese Zweihundert PS, dieses Supersportmotorart die Ergonomie das ist überhaupt gar nichts für mich.
01:28:17: Ich bin vielleicht doch eher Vierhunder der Fahrer und mir reichen sechsunddreißig PS völlig aus.
01:28:24: Ja es ist schwierig.
01:28:25: Das Downsizing dann zum Beispiel wenn man älter wird oder wenn man mal doch einem Traum hinterher hingen sich eine Maschine oder eine Community angeschlossen hat und dann irgendwann merkt wird dann schwieriger vielleicht für bestimmte Anwendungsfälle, die sich auch ändern mögen.
01:28:40: Also wenn wir mal ein bisschen gucken in die Statistik, wenn ich es richtig gelesen habe wie gesagt sind Motorräder generell eigentlich ganz gut gepflegt.
01:28:47: Die sind aber im Durchschnitt ziemlich alt.
01:28:49: also die Statisiken, die ich gefunden haben, haben gesagt dass das Durchschnitzalter durchaus steigt und wir bewegen uns da schon durchaus bei fifteen, sechzehn, achtzehn neunzehn Jahren im Durchsnitz Alter.
01:28:59: Absolut ja!
01:29:01: Durchaus ältere Maschinen.
01:29:03: Wenn verbrennert Eigentlich eher gesagt die mittlere Leistungsgralasse.
01:29:06: Also diese Supersportler, die mit ganz viel PS oder auch die mit Ganzviel Gewicht das ist gar nicht.
01:29:12: Zumindest wenn man sich den Verkauf anschaut und noch die Anzahl der Motorräder auf der Straße umfahren zumindest in der D-Statistik nicht gesehen habe.
01:29:18: Gar nicht so sehr die größte Gruppe sondern sind eher kleinere.
01:29:22: also gerade der gut situierte etwas ältere Motorradfahrer meist männlich mit seiner GS.
01:29:28: Das ist auch wenn es im Straßenbild so wirkt gar nicht das häufigste Motorrad.
01:29:33: Das fällt halt auf, weil es ein besonderes Motorrad vielleicht ist, weil sie eine bestimmte Größe hat oder auch eine bestimmten Ausstattung.
01:29:39: aber das ist ja nicht das was am häufigsten reagiert auf der Straße fährt, sondern die meisten sind eigentlich eher so ca.
01:29:43: zweihundfünfzig bis dreieinhalb per Jahr.
01:29:45: Zweihundvierzig bis sechshundert Kilometer und eher so um die hundert PS.
01:29:49: Und das finde ich ganz interessant eigentlich dass da unsere Wahrnehmungen durchaus anders ist.
01:29:53: So wie ist es wenn ich jetzt dann gefühlt absteige?
01:29:59: eher Downsizing machen, also runterkommen von den schnellen Motorrädern und großen Motorrädern.
01:30:06: Schwierig!
01:30:07: Wie gesagt, wenn man das von der sozialtechnologischen Perspektive betrachtet was wir vorhin erzählt haben mit dem ich gehöre zu einer Gruppe die nun mal solche Motorräder fährt dann wird es nicht so einfach weil die soziale Norm eben in der Gruppe zu der ich gehörte sagt naja komm aber wie fahren alle so eine Motorräde?
01:30:22: Und guck mal Der Harald mit seinen Siebzig fährt auch noch mit der GS bis Italien.
01:30:27: wo ist das Problem reißt sich zusammen.
01:30:29: Das ist dann nicht so einfach, das kann ich durchaus nachvollziehen.
01:30:33: Ich glaube man erreicht das wenn man den Wut aufbringt ehrlich zu sein mit sich selbst und dass auch nach außen zu vertreten.
01:30:43: Man merkt im Übrigen daran, das verlässt jetzt aber ein bisschen dem Bereich der Psychologie, der wissenschaftlichen und geht in den alltagspsychologischen Bereich und merkt auch ein bisschen daran wie gut die Gruppe eigentlich war an der man ist.
01:30:54: Wenn sie kein Verständnis dafür hat... Leute, ich würde gerne weiter im Motorradgeschäft bleiben.
01:30:59: Ich traue mir aber eben die, weiß ich es, Zwei-Hundert PS Maschinen nicht mehr zu oder... ...ich möchte das eigentlich irgendwie auch nicht mehr weil sich mein Verhalten verändert.
01:31:07: Ich bin erfahrener geworden.
01:31:10: Ich habe andere Anwendungsfälle, weil wie gesagt mit der Zweihundert PS-Maschine fällt man selten auch zu Aldi.
01:31:15: Oder mal am Wochenende zur Eisdiele kann man natürlich machen ist jetzt aber vielleicht noch nicht der beste Anwendungfall für so eine Maschine.
01:31:22: Dann sagt man also eigentlich Nicht mehr das Richtige, es passt nicht mehr zu meinen Lebensumständen.
01:31:27: Die verändern sich einfach über die Zeit und ich glaube dass sollte eigentlich ein Grund sein der auch den Gruppen indem man sich für weht durch Außenstückweit ein leuchten können sollte.
01:31:36: Dass man mit zunehmendem Alter und Erfahrungshorizont doch einfach dann irgendwann andere bedarf hat zum Fahren.
01:31:42: Das heißt dass man da downgraded kleiner wird ist ja mal absteigt von den hohen Kubikzahlen und PS-Zahlen dann vielleicht so etwas, was hier auch einfach leichter händeln lässt.
01:31:51: Wie gesagt, die körperliche Kraft mit durchaus nahe hat, die Kraftkoordination lässt nach ab insbesondere ab sechzig.
01:31:59: Das ist schon etwas, das man durch auch nicht in der Form vielleicht als Grundkommunikation passt nicht mehr zum Leben.
01:32:04: Das es eine ganz einfache Begründung.
01:32:09: Das sind die mutige Variante.
01:32:11: Die weniger mutigere Variante ist dann andere vorzuschieben, sekundäre Gründe aufzuführen zu sagen, keine Ahnung... Partnerinnen, Partner will nicht mehr.
01:32:20: Dass ich das mache?
01:32:21: Das ist weniger mutig.
01:32:22: aber wenn es hilft auch vielleicht eine Lösung.
01:32:25: wenn der Partner und Partnerin damit einverstanden ist kann ich aber auch verstehen wenn du heute sowas machen weil's vielleicht dann auch mit der Identität die gewachsen ist dann schwierig ist mit sich selbst das zu klären dass es vielleicht die vernünftigere Entscheidung sein könnte dann über die Zeit
01:32:44: klingt total einleuchtend und ich glaube, ich bin da ganz bei dir.
01:32:46: Sobald jemand überhaupt für sich mal diese Reflexion hat kann man das irgendwie immer nur begrüßen.
01:32:51: was dann der kommunikative Weg dahin ist soll dann jedem selbst überlassen bleiben.
01:32:56: Hauptsache die Person ist ehrlich zu sich selbst.
01:32:58: Das ist glaube ich das wichtigste.
01:32:59: Ich möchte den längsten Podcast in der Geschichte von Gasgeflüsse abschließen mit einer Frage so ein bisschen in die Zukunft Und sie hat so ein paar mehrere Dimensionen hier aus dem Gespräch.
01:33:10: ja du hattest nämlich eingangs auch gesagt hey Der Anteil an Aggression oder das Aggressionspotenzial im Straßenverkehr wächst leider Gottes immer mehr in der Zukunft.
01:33:19: Gleichzeitig, du schüttelst ein bisschen den Kopf kannst du gleich gerne nochmal einordnen.
01:33:22: gleichzeitig hast Du aber auch was anderes angesprochen was so'n bisschen Richtung Zukunft geht dass zum einen natürlich die Elektromobilität Aber auch digitale Helferleihen also irgendwie am Navi rum drücken was für'n Gefahren Potential es potenziell bürgt.
01:33:34: Es kommen wir aber gleichzeitig damit auch immer mehr elektronischer Supporter des Sicherer machen soll Also sowas wie Abstandswahnhalter bei Motorrädern und so weiter.
01:33:42: Deswegen mal so allgemein dein Blick in die Zukunft, weil ich denke mir im Autoverkehr wenn ich weniger selbst fahren muss habe ich weniger Grund mich aufzuregen.
01:33:49: Wenn das Auto autonom das vor mir fahrende Fahrzeug einfach einscheren lässt dann gibt es gar nicht die Situation wo ich mit dreihundert Puls die Hand Hup bereit am Lenker und so haben muss, sondern ich schau der Weih vielleicht eine Netflix-Serie.
01:34:03: Deswegen mal so deine Einschätzung.
01:34:04: wie blickst du auf die Zukunft?
01:34:05: Was wird das vielleicht auch aus psychologischer Sicht für Motorräder bringen?
01:34:09: sind diese ganzen elektronischen Hilferleihen wirklich in Sicherheitsgarant oder sorgt es dann eher für ne Ablenkung?
01:34:15: Wird das unser Hobby verändern?
01:34:18: also jetzt einfach nochmal diese ganz offengehaltene Frage sozusagen als Spielwiese für dich ein bisschen dein verkehrspsychologischem Ausblick zu geben.
01:34:27: Vielleicht noch ein Satz nochmal zu dieser UDV-Studie, die dieses Jahr rauskam.
01:34:31: Da hieß es ja dass das Ärgerpotenzial steigt.
01:34:36: Ich wäre ein bisschen vorsichtig.
01:34:37: Es gibt ganz wenig Studien eigentlich gesagt, die da wirklich alle fünf Jahre, alle zehn jahre erheben wo man wirklich belastbare Daten hat Die dann zeigen, dass das wirklich zumindest subjektiv in der Befragung dann steigt.
01:34:49: Das ist die Datenbasis.
01:34:51: glaube ich sehe ich ehrlich gesagt auch nicht eine belastbarer.
01:34:53: um das so zur Schlussfolge an.
01:34:55: Es kann sein, dass wir ein bisschen sensibler geworden sind.
01:34:57: Weil uns Ärger vielleicht auch in anderen Medien und Umgebungen immer mehr entgegenschlägt.
01:35:01: also gerade wie gesagt den sozialen Medien, in denen sich viele von uns rumtreiben ist Ärger und Aggression durchaus sehr weit verbreitet.
01:35:09: Vielleicht ist man da sensiblar geworden sieht das dann noch vielleicht auch ein bisschen mehr oder hat doch selber eine kürzere Zündschnur wenn man zu ausdrucken möchte.
01:35:15: Das ist ja selber ein bisschen anfälliger.
01:35:17: die Frage nach der Zukunft finde ich eine wahnsinnig spannende.
01:35:21: Aus meiner persönlichen Sicht heraus würde ich sagen, die Motorrad-Community ist da vergleichsweise konservativ.
01:35:27: Wenn man sich überlegt wie schnell sich gerade Fahrzeuge verändern mit vier Rädern?
01:35:33: Wie viel Technik da plötzlich drin ist bei einem Durchschnittautoralter von ungefähr zehn bis elf Jahren aktuell auf der Straße wenn ich mir nach zehn Jahren neues Fahrzeug kaufe kann man schon durchaus sagen Ist das ein ganz anderes Vehikel als es das vor zehn Jahren war.
01:35:47: Es hat einen anderen Motor und eine andere Bedienung.
01:35:50: Wenn ich mehr ein Auto aussuche, das dafür ausgelegt ist, hat es im Wesentlichen nur noch einen Touchscreen und der geht auch von ganz links nach ganz rechts.
01:35:56: Und es gibt gar keine echten Knöpfe mehr.
01:35:58: Und auch schalten muss sich alles nicht mehr, sondern es gibt nur noch Eingang für vorwärts- und Rückwärter.
01:36:03: Da würde ich sagen, dass sind schon wirklich grundlegende Veränderungen des Interaktionskonzepts von Menschen und ihren Maschinen.
01:36:11: Die Motorräder sind da so'n bisschen... Also ich würd's sagen konstanter, ne?
01:36:15: Das finde ich mir in einer alten Maschine, weil wir haben gesagt die sind schon etwas älter mit einer neuen Ausauschklar.
01:36:20: Ich kann bei der neuen viele Assistenzsysteme dazu buchen und die führen dann auch zu einer möglichen geringeren Risiko beim Fahren.
01:36:29: Also Abstandswarner, vielleicht auch Kurvenwarner – ich weiß gar nicht ob wir da schon sind.
01:36:34: Das sind Sachen, die so ein bisschen aus der Forschung mitkriegen.
01:36:38: oder Geschwindigkeit abgeglichen wird möglicherweise Kurvenradius vorne zu erwarten, dann gibt es vielleicht eine Warnung im System.
01:36:46: So was kann dazu beitragen vorausgesetzt die Menschen wissen um diese Systeme, sie auch richtig einzusetzen interpretieren die richtig und halten sich dann auch noch dran.
01:36:59: Wir haben schon über Fleuerleben gesprochen und wenn das heißt ich will mich weiter in die Kurve legen Ja, dann warnt der Warner vor sich hin und ich ignoriere den dann.
01:37:08: Dann wird sowas eher kontraproduktiv Und es führt dazu dass wir diese Sachen entweder ignorieren oder gar ganz kreativ werden und die ausbauen abschalten irgendwie über Brücken Wir sehen das jetzt bei ganz neuen Fahrzeugen wo's dann Warnung für die Überschreitung der Geschwindigkeit Teilweise ab dem ersten Kmh gibt.
01:37:29: Naja, ich wäre ein Lügner wenn ich nicht sagen würde.
01:37:32: Das nervt einfach wirklich Tieren.
01:37:36: Es führt auch nicht dazu dass man so ein System dann benutzt und auch nicht so benutzt wie es benutzt werden soll.
01:37:43: So das heißt wenn ich eine Empfehlung aussprechen könnte und wir arbeiten im Auto-Rübel-Reich mit vielen OEMs zusammen mit vielen Herstellern Wenn mir das für die Motorradbereich machen könnten Dann wäre mein Plädoyer zum eins aus zwei Punkten.
01:37:56: Das eine ist baut nur solche Systeme, die wirklich einen Potenzial haben.
01:38:01: Auch die Interaktion von Menschen mit Maschinen und in einem Rahmen im Kontext ihrer Umwelt wirklich sicherer zu machen.
01:38:10: Und das führt zweitens nach sich.
01:38:13: Also Familie verzichtet auf unnötige Gadgets.
01:38:15: Das ist der Eisepunkt.
01:38:17: Zweitens zieht es nach sich, dass man ganz dringend sich an der menschenzentrierten Gestaltung von Technologien orientieren soll.
01:38:23: Das eine DIN-Norm, die zwei Neuzig, einundvierzig, zwohundert und zehn Die gibt vor, wie wir Technologie so gestalten, dass sie unsere Interaktionsziele erreichen lässt.
01:38:36: Das heißt das wir im Flow fahren können, dass wir Spaß haben beim Fahren aber eben nicht behindert werden durch die Interaktion mit irgendeinem technischen Gerät, einem technischen Gimmick, das uns nichts bringt und das auch so gestaltet ist, dass es vielleicht uns nichts bringt Wie diese Geschwindigkeitswahn, die gleich beim ersten KMH über der erkannten Geschwindigkeit anfangen zu wahren.
01:38:59: Das heißt menschzentrierte Gestaltung sollte grundlegend sein, das würde heißen dass man eine Zielgruppe wie die Motorradfahrenden von Anfang an mit im Loop hat.
01:39:07: Man beschäftigt sich mit ihren Bedarfen versucht es mit ihnen zusammen zu gestalten, dass ist auch was vom Gefühl her etwas wird was für die nicht nur interessant ist dass sie es kaufen sondern dass es auch vielleicht dem Motorradfahren zuträglich ist.
01:39:23: Und dann evaluiert man das Ganze auch noch iterativ und permanent, also immer wieder in kleinen Evaluationsschritten.
01:39:30: Ob eigentlich diese Ziele nämlich die positiven Aspekte vom Motorradfahren beizubehalten bei gleichzeitiger Senkung der Unfallzahlen durch neuere technische Sachen, dass man diese zwei Ziele erreicht.
01:39:42: Aber das braucht eine sehr umsichtige Gestaltungsaktivität und vor allem eine, die immer den Menschen dem Nutzenden am Ende im Blick hat.
01:39:52: Und das fehlt mir manchmal so ein bisschen bei den Leuten, die Technologie entwickeln.
01:39:56: Oft wird eingebaut was geht und was möglich ist... ...und es wird sich ein bisschen weniger darüber Gedanken gemacht.
01:40:02: A. Brauchen wir's wirklich?
01:40:03: B., Was hat das eigentlich für Auswirkungen?
01:40:05: Im Autobereich wissen wir dass sich Menschen durchaus umbringen bei der Interaktion mit ihrem In-Vehicle Infotainment System also mit dem ganz normalen Mittelkonsolen Disple weil sie einfach darauf gucken.
01:40:19: Es gibt manche Autos, da muss man für die Einstellung der Sitz-Heizung in das sechste Untermenü gehen und es dann eine ganze Weile mit dem Ding beschäftigt bevor die Sitzheizung läuft und guckt nicht mehr nach vorn.
01:40:28: Das sollte man vermeiden.
01:40:30: Das heißt aktuell Navis sind eher schwierig nützlich aber schwierig, weil die halt ablenken, blingende Blick weg, den Konzentrationen weg, Fokus nur auf dem Navi.
01:40:39: zukünftig kann's besser werden.
01:40:41: ich denke jetzt kommt noch ein bisschen mehr Technik wahrscheinlich nicht unbedingt die Elektrowelle Das sehe ich ehrlich gesagt nicht, obwohl jeder der mal ein Elektromotorrad gefahren ist eigentlich tagelang Gänsehauter hat.
01:40:53: Weil es einfach wirklich abgeht.
01:40:54: also jetzt kann ich echt empfehlen das mal auszuprobieren.
01:40:56: aber ich glaube nicht dass es so schnell kommt.
01:40:58: dafür sind's einfache zu konservative Bereiche als meine persönlichen Einschätzung.
01:41:01: Aber Menschen in dritte Gestaltung sollte sozusagen der Weg sein dem wir gehen und dann glaube ich haben eine tolle und großartige Zukunft vor uns mit diesem Hobby und diesem Sport.
01:41:11: Ein Plädoyer, Appell und Ausblick hier am Ende dieser ganz besonderen Folge Gasgeflüster.
01:41:18: Solange war es glaube ich noch nie!
01:41:19: Es war auch selten so speziell und akademisch... Überragend bereichernd, wir haben so viel Facetten des Motorradfahrens.
01:41:26: Ich möchte mal sagen eigentlich nur berührt.
01:41:28: man hätte sicherlich noch tiefer reingehen können.
01:41:30: trotzdem war es super spannend zu hören von jemanden der sich seit Jahrzehnten damit beschäftigt was denn eigentlich so unter dem Helm alles passiert auch mit anderen Verkehrsteilnehmenden.
01:41:40: ich hoffe ihr da draußen konntet einiges irgendwie auch mitnehmen habt ein paar Infos und Anstöße bekommen zur eigenen Reflektion das einen Fahrverhaltens sich Dinge bewusst machen oder auch im Umgang mit dem Nachwuchs.
01:41:51: Ich bin auf jeden Fall ganz beseelt und bedanke mich ganz, ganz herzlich bei dir Stefan.
01:41:56: Für diese über hundert Minuten die du uns hier geschenkt hast und deine Expertise mit uns geteilt hast.
01:42:03: sensationell.
01:42:04: ich drücke die Daumen bei allem was weiter ansteht sowohl bei deiner Tochter die jetzt den Lappen gerade macht als auch was die eigenen zwei Radpläne angehen.
01:42:11: Bedankt mich an der Stelle schon mal recht herzlich und übergebt nochmal an denen der dieses Interview erstmal zustande gebracht hat nämlich dem Direktor des Museums in Darmstadt für motorisierte Zweiräte.
01:42:21: Michael, danke dass du dieses Interview ermöglicht hast.
01:42:25: Ja ich kann mich nur anschließen Jan Du hast ja eigentlich schon alles gesagt was zu sagen war.
01:42:30: es war wirklich eine super spannende Folge und Ich bin mir sehr sicher das jeder und jede unserer Zuhörer und Zuhöhrerin hier einen Ansatzpunkt und Anklüpfungspunkt gefunden hat sich wieder erkannt seit in verstehten Verkehrssituationen sich mal aufgeregt hat mal gestrucht hat mal geschimpft hat vielleicht auch wie von dir angesprochen den ein oder anderen tipp und mechanismus mitgenommen hat um zu sagen hey ich mache einen schritt zurück, begebe mich auf die metaebene und versuche ein bisschen runterzufahren egal ob das jetzt im auto ist ob es in der straßenbahn ist wenn die töwe denn nicht aufgeht oder eben bei unserem geliebten hobby.
01:43:05: Und ich möchte natürlich zum schluss die gelegenheit nutzen das wort noch mal zurück an steffern zu geben.
01:43:11: Unser Fokus ist ja das Thema Motorrad, ne?
01:43:12: Es ist ein Motorrad-Podcast und daher meine abschließende Frage an dich.
01:43:17: Und dass es dann auch deinen Schlusswort und der Endpunkt dieser Episode.
01:43:21: gibt es noch irgendwas was wir unbedingt hätten ansprechen müssen und was du noch adressieren möchtest an unsere Community wenn's um das Thema motorrad fahren geht.
01:43:32: Ein letzter Satz zwei Sätze zum Abschluss!
01:43:36: Zwei Sätze?
01:43:37: Ui schwierig... Ich habe ja mitbekommen, ich rede viel.
01:43:44: Ich möchte gerne den Leuten eigentlich zwei Sachen mitgeben.
01:43:48: wenn ich es mir aussuchen könnte oder das kann ich ja gerade eben, aber dank des Werterweise nochmal die Möglichkeit hier halten und Abschlusswort zu sagen, ich würde sagen nutzt das positive am Sport, nutze den Sport der... Oder diese Bewegungsformen, die uns soviel gibt, wenn wir sie ausführen und versucht möglichst das Negative zu vermeiden, das objektive Risiko sich in Gefahr zu bringen.
01:44:11: Abseits der wirklichen Fähigkeiten bleibt.
01:44:13: kritisch mit euch selbst ja?
01:44:15: In dem Sinne dass ihr euch selber überwacht und bisschen weniger kritisch vielleicht mit der Umgebung Und den anderen Mitnehmenden weil klar es mag Leute geben auf die Straße die absichtlich provozieren Aber das ist wirklich die Minderheit.
01:44:28: Die meisten leute wollen nichts Schlimmes und ich glaube ein bisschen abrüsten führt dazu Dass es uns allen einfach auch mehr Spaß macht auf Dauer.
01:44:36: Deswegen plädoyer einfach fürs Miteinander und den Spaß am erleben.
01:44:40: Und letzten Lesetipp, wenn jemand, weil das haben wir heute hier nicht reingekriegt noch mal nachschauen möchte auch im witzigen Vergleich wie gefährlich Motorradfahren statistisch gesehen ist.
01:44:48: So aber Wikipedia einfach mal Nachschauen nach dem Stichwort Mikromord.
01:44:53: Das ist die Wahrscheinlichkeit ein zu sterben eins zu eine Million bei verschiedenen Verhaltensweisen.
01:44:59: da steht Motorrad fahren dabei Aber auch noch ne ganze Menge andere Dinge kann ich einfach nochmal als Tipp mitgeben, da sieht man mal wie gefährlich es wirklich ist und kann immer ein bisschen nach recherchieren.
01:45:08: Und man sieht schon gefährlich aber nicht so das allergefährlichste was man tun kann!
01:45:13: Ich bedanke mich für die Aufmerksamkeit, das lange Zugehör und ich hoffe es war nicht zu lang und insbesondere auch die Möglichkeit dass sich hier etwas beisteuern konnte und wünsche allen viel Spaß bei dem Motorradfahren!
01:45:24: Bleibt uns gewogen, vielen Dank Stefan, ciao an alle da draußen.
01:45:27: bis zum nächsten Mal!
01:45:28: Ciao!
01:45:29: Danke schön!
01:45:31: Beim Virtualen stammtisch, da wird nicht geschwiegen.
01:45:35: Michel und Jan die durch den Motorwelt fliegen Über Gas und Betriebe.
01:45:40: Leidenschaftlich und schwer Erzählen sie Geschichten vom Asphalt.
01:45:44: mehr
01:45:45: Mit Worten scharf wie Kurven Tief in der Szene drin Jede Episode ein Wheelie für den Adrenalinsinn.
01:45:52: So von Technik bis zur Tour Sie decken alles ab.
01:45:55: Gas geflüsterte Soundtrack Für den Asphalt den ich hab.
01:46:17: Yes, yo!
01:46:19: Wir fassen den Motorrad-Portgas.
01:46:24: Peace.
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